Keine Blase in Sicht
Der Immobilienboom geht weiter

Hohe Preise, aber keine Blase: Die Immobilienunternehmen sind in Hochstimmung. Die Ängste von Bundesbank und Finanzministerium schlägt die Branche in den Wind. Ein Indikator zeigt: Ein Ende des Booms ist nicht in Sicht.
  • 0

Es ist eine heiß diskutierte Frage: Wie lange hält der Boom auf dem deutschen Immobilienmarkt noch an? Private Kapitalanleger fragen sich vor dem Hintergrund der stark gestiegenen Preise in den Metropolen schon seit einiger Zeit, ob sie ihr Geld jetzt noch in Betongold investieren sollen oder ob ein Rückschlag droht. Und seit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble vor wenigen Tagen seine Besorgnis über die Preisentwicklung äußerte, hat die Angst vor der Immobilienblase wieder zugenommen.

Doch professionelle Investoren sind mehrheitlich überzeugt: Die Lage auf dem deutschen Immobilienmarkt ist und bleibt erfreulich. Dies zeigt der neue IW-Immobilienindex, den das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln erstellt hat und dessen Ergebnisse künftig vierteljährlich vorab im Handelsblatt vorgestellt werden.

Demnach beträgt der Index in Bezug auf die derzeitige Geschäftslage 84,1, während der Erwartungsindex bei 34,1 liegt. Diese niedrige Ziffer bedeutet jedoch nicht, dass die Immobilienprofis einen Einbruch befürchten würden. Vielmehr ist die gegenwärtige Situation so gut, dass ein Großteil der Investoren einen weiteren Aufschwung für nicht realistisch hält.

"Insgesamt ist die Stimmung der Immobilienunternehmen als sehr gut zu bewerten", fasst Michael Voigtländer, Leiter Kompetenzfeld Immobilienökonomik beim IW Köln, die Ergebnisse zusammen. Konkret bezeichnen 86 Prozent der befragten Unternehmen ihre gegenwärtige Geschäftslage als gut. Nur fünf Prozent erwarten, dass sich die Situation in den kommenden zwölf Monaten verschlechtern wird - allerdings geht nur eine Minderheit davon aus, dass die Lage noch besser wird. Auch eine Blasengefahr sehen die Immobilienprofis nicht. Jedes zweite befragte Unternehmen glaubt, dass der Wert seiner Immobilien in nächster Zeit steigen wird; kein einziges befürchtet einen Preisrückgang.

Besonders gute Laune haben zurzeit Investoren, die auf dem Wohnungsmarkt tätig sind: 92 Prozent von ihnen bezeichnen ihre momentane Lage als gut, keiner als schlecht. 67 Prozent der Wohnungsinvestoren erwarten, dass sich die gute Geschäftslage halten wird. 24 Prozent gehen von einer weiteren Lageverbesserung aus. Wenig im Vergleich zu Investoren auf dem Gewerbeimmobilienmarkt: 47 Prozent der Büro- und 63 Prozent der Handelsinvestoren setzen auf noch bessere Geschäfte als zurzeit.

Seite 1:

Der Immobilienboom geht weiter

Seite 2:

Besser geht es nicht

Kommentare zu " Keine Blase in Sicht: Der Immobilienboom geht weiter"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%