Kennzahlensystem
Index misst die nachhaltige Vermietbarkeit

Die DG Hyp entwickelt ein Kennzahlensystem für den Kreditvergabeprozess bei Investitionen in Logistikimmobilien.

HB HAMBURG. Der Logistikimmobilienmarkt in Deutschland hat eine Größe von 11,4 Mill. Quadratmetern (qm). Eine interne Marktanalyse der DG Hyp mit der Technischen Universität Berlin identifizierte 400 Objekte, die nach 1985 erstellt wurden. Mit einer Mindestgröße von 8 000 qm und einer Hallenhöhe von 6,50 Metern entspricht eine große Zahl dieser Objekte nicht mehr den aktuellen Anforderungen, so dass mittlerweile die Nachfrage nach modernen, großflächigen Hallen mit bis zu mehr als zehn Metern lichter Höhe das Angebot übersteigt.

Gleichzeitig versuchen in Folge der steigenden Anforderungen an das Working Capital durch Basel II das produzierende Gewerbe, der Handel und die Logistiker gleichzeitig, eine Kapitalbindung in Immobilien zu vermeiden. Häufigere Standortwechsel und anspruchsvollere Ausstattungsanforderungen würden die Kapitalbindung kontinuierlich erhöhen. Letztlich lässt sich ein verstärkter Trend zur Anmietung oder dem Leasing von Logistikimmobilien erkennen.

Standortentscheidungen werden dabei von Logistikern stärker als in anderen Branchen zunehmend unter internationalen Gesichtspunkten getroffen. Der Ausbau des europäischen Verkehrswegenetzes oder die EU-Osterweiterung lassen bereits wichtige Transportkorridore entstehen. Besonders Deutschland, Frankreich und die Benelux-Staaten werden von dieser Entwicklung profitieren. Aber auch in osteuropäischen Staaten haben sich in Polen, Ungarn und Tschechien erste Logistik-Regionen entwickelt. In Deutschland kristallisieren sich die Regionen Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, München sowie der Rhein-Neckar-Raum heraus.

Logistik-Regionen sind per Definition jedoch auch Gebiete, die durch eine signifikante Häufung logistischer Projekte, durch eine Bündelung der fachlichen Kompetenz und eine gemeinsame Vermarktung gekennzeichnet sind. Demzufolge werden sich nach Meinung der DG Hyp auch die Regionen um Halle/Leipzig, Kassel/Bad Hersfeld und Nürnberg zu Logistik-Regionen weiter entwickeln können.

Das größte Wachstumspotenzial in der Logistikbranche liegt im Bereich der Systemdienstleistungen, der so genannten Kontraktlogistik. Hierbei beauftragt der Verlader den Logistikdienstleister mit dem Warentransport, der Lagerung, der Endmontage, der Kommissionierung, der Verpackung, dem Versand und der Buchhaltung. Diese komplexen, spezifischen Aufgaben übernehmen so genannte Third-Party-Logistics-Provider. Die Logistikdienstleister werden damit zum Bindeglied zwischen Produktionsstätte und Absatzmarkt. Insbesondere Anbieter für Kunden aus dem Groß- und Einzelhandel sowie aus der Automobilindustrie erfahren in diesem Zuge einen Bedeutungszuwachs.

Experten gehen davon aus, dass Industrie- und Handelsunternehmen rund 30 Prozent ihrer logistischen Aufgaben an externe Dienstleister vergeben. Demzufolge wird in Deutschland für die Kontraktlogistik ein jährliches Wachstum von 1,5 bis zwei Mrd. Euro erwartet. Die Unterscheidung nach operativen und administrativen Leistungen oder die Unterschiedlichkeit der Waren und Branchen macht dabei deutlich, dass auf Grund der heterogenen Aufgaben im Bereich Logistik nicht von Standardimmobilien gesprochen werden kann. Die Kategorisierung und damit die Bewertung von Logistikimmobilien ist nur anhand ihrer Nutzung möglich.

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