KfW-Studie Energetische Sanierung rentiert sich nicht

Energetische Sanierung lohnt sich nicht. Laut eines Medienberichts kostet der Umbau eines Gebäudes mehr, als er einspart. Der Verlust belastet nicht nur Eigentümer und Mieter, sondern auch den Steuerzahler.
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Solarmodule auf einem Dach in Straubing. Energetische Sanierung rentiert sich nicht, heißt es offenbar in einer Studie. Quelle: dpa

Solarmodule auf einem Dach in Straubing. Energetische Sanierung rentiert sich nicht, heißt es offenbar in einer Studie.

(Foto: dpa)

BerlinDie Kosten der energetischen Sanierung übersteigen laut einer Studie die Einsparungen deutlich. Wie die Zeitung „Die Welt“ in ihrer Samstagsausgabe unter Berufung auf eine Studie für die staatliche Förderbank KfW berichtete, rentieren sich auch die zusätzlichen finanziellen Aufwendungen für den Neubau energiesparender Wohngebäude nicht. Die Investitionen ließen sich „nicht allein aus den eingesparten Energiekosten finanzieren“, schreibt die KfW demnach in ihrem Bericht.

Um den Heizenergieverbrauch in deutschen Wohngebäuden wie von der Regierung geplant bis 2050 um 80 Prozent zu senken, sind der Studie zufolge bis dahin Investitionen in Höhe von 838 Milliarden Euro nötig. Im Gegenzug könnten jedoch nur Energiekosten in Höhe von 370 Milliarden Euro eingespart werden. Für den Verlust müssten sowohl Eigentümer als auch Mieter und Steuerzahler aufkommen, die direkt, indirekt oder über Förderinstrumente den energetischen Umbau mitbezahlen.

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37 Kommentare zu "KfW-Studie: Energetische Sanierung rentiert sich nicht"

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  • "In China und den Kohleexportländern wird die Kohleförderung, Eisenbahn und Häfen ausgebaut."
    China ist seit ein paar Jahren zum Kohleimportland geworden!
    Schon seit längerem zum Netto-Ölimporteur.

  • Offenbar wurde von den WELT-Journalisten nur bis zur Seite 4 der Studie gelesen, wo die beiden Zahlen 838 Mrd. Investitionen und 372 Mrd. Energiekosteneinsparung (jeweils Barwerte!) stehen.
    Drei Fehler beim Abschreiben:
    1. Die erste Zahl sind die Gesamtkosten von Sanierungen, nicht die (niedrigeren) Mehrkosten für die Energieseite.
    2. Es handelt sich jeweils um mit 2,5% (offenbar inflationsbereinigt) diskontierte Barwerte. Berücksichtigt man diese beiden Effekte, so ergibt sich schon ein wirtschaftlicher Vorteil.
    3. Schließlich bezieht sich die ganze Studie auf sehr weitreichende Wärmesparstandards mit hohen Investitionskosten. Die "ersten" Wärmedämmmaßnahmen bei schlechter Ausgangslage rechnen sich natürlich viel mehr als dieser Durchschnittswert.
    Aus eigener Erfahrung (Hausbau 1999 mit 14 cm Dämmung Wand, 24 im Dachbereich) kann ich nur von guten Erfahrungen berichten. Bei Neubau heute würde ich natürlich noch etwas Sparwirkung anstreben.

  • Vor 7 Jahren habe ich meine wirklich großen Fensterscheiben im Wohnzimmer, 16qm, austauschen lassen gegen energiesparende Scheiben(1,1). Die von den 'Experten' versprochene Einsparung kann ich nicht nachvollziehen. Der bei sehr kalter Außenthemperatur gemessene Themperaturunterschied an der Innenseite beträgt gerade mal 3 Grad gegenüber einer Scheibe mit dem Wert 3.0.
    Ich würde eine Energieeinsparung mit ca. 5% angeben. Die versprochen 30% sind reine Utopie.
    Die von ein paar 'Wahnsinnigen' verordnete Verpackung der Gebäude von außen mit Dicken von 15 - 20cm Styropor ist der totale Quatsch. Diese Stärken stehen in keinem guten
    Verhälnis Energie-Investition.
    Einen Teil meines Hauses ist seit 25 Jahren mit 40mm
    Insolierung ausgestattet und alle Probleme mit Kältebrücken und Schimmel sind verschwunden. Mehr braucht es nicht. Stein ist in gewisser Weise ein lebender Werkstoff und braucht Atmung. Das ist bei Stärken von 15 - 20cm Dicke mit Styropor nicht gegeben.
    Styropor wird aus Erdöl hergestellt. Wir haben unendlich viel davon!!?? Dieses EEG - Gesetz wird nie umsetzbar sein. Dieses Schnellschuss gehört sofort gestoppt.

  • Mal eine Frage...Warum möchten Sie Energie sparen?

    In anderen Teilen der Erde herrscht eine andere Einstellung vor.

    In Saudi Arabien haben viele Automobilisten den Motor angelassen wenn diese in einen Supermarkt gegangen sind um anschliessend ins gekühlte Auto einsteigen zu können.
    Unser Nachbar im Nahen Osten hat die Klimaanlage aufgedreht, die Schiebetür zur Terrasse geöffnet und sich in der kühlen Brise entspannt.
    In Ras Al Khaima möchte man die erste Outdoorskianlage der Vereinten Arabischen Emirate bauen.

    Gibt es neben der Oekoreligion irgendwelche Gründe die für eine Energieeinsparung sprechen?

    Vandale

  • Die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo dazwischen. Im Neubaubereich wird sich ein begrenzter Aufwand schon lohnen. Leider überzieht der Gesetzgeber wieder masslos -überwiegend auf Kosten der Bauherren, versteht sich- und produziert Baugesetze, die sich nie und nimmer lohnen. Als Beispiel seien "Dämmmonster" von mehr als 20cm Stärke genannt, wo doch die Hälfte kaum weniger Nutzen bringt - wenn man auch die realen Unzulänglichkeiten beim Bau mit berücksichtigt. Der gemeine Politiker hat einfach zu wenig Ahnung von Mathematik und nicht verstanden, dass Aufwand und Nutzen nicht linear abhängig sind, sondern in einem exponentiellen Verhältnis stehen. Und dass Baumängel -und welcher Bau hat die nicht- schnell die bestimmenden Grenzen setzen -und nicht die Dicke des Dämmstoffs u.ä..


  • Im Grunde kann man die Maßnahmen ganz einfach testen: rentiert es sich (und zwar nachweislich, nicht in Modellrechnungen!!!) binnen zweier Jahre macht es Sinn, sonst ist es Verschwendung.

    Was man aber machen kann: nicht in jedem Raum den man betritt ein, zwei Fenster aufreißen oder (noch böser, weil fällt meist erst später auf:) auf Kippe stellen. Statt dessen sollte man seine Klaustrophobie therapieren lassen. Das ist idR möglich. Da braucht man nur etwas guten Willen zur Therapie.
    Die "frische Luft" ist idR schadtstoffhaltiger als die vorhandene Innenraumluft.
    Derartige wahnsinnige Verhaltensmuster sind immer wieder jeden Tag zu beobachten.

    Da mal dran arbeiten. Das konkret abstellen. Das hilft. Auch gegen die ewigen Sprüche dieser Knallchargen "man kann doch sowieso nichts machen..."

    Diese Menschen haben einen Grundsatz einer demokratischen Rechtspflege nicht verinnerlicht: Vergehen eines anderen können eigene Vergehen nicht rechtfertigen!

    Solange sich da nichts tut ist alles Dämmen vergebens!

  • Im Grunde ist es unerheblich, wie das gerechnet wurde.
    Solange sich die 40 - 60 % Heiz- und Warmwasserenergie, die durch Verhaltensänderung einsparbar sind nicht im Andsatz angefasst werden, ist der Einwand, es handele sich hier um Arbeitsbeschaffung für einschlägige (Baustoffe) und randständige (Gesundheit) Industrien durchaus nicht von der Hand zu weisen.

    Wer sich mit Physik und Thermodynamik etwas auskennt hat gelernt, das der erste Teil einer Veränderung mit geringem Aufwand erreichbar ist. Sollte man den Rest mit derselben Quote reduzieren wollen, wird noch einmal derselbe Aufwand fällig. Für weitere Stufen gilt das auch, womit der Aufwand zu sehr hohen Quoten hin exponentiell ansteigt.
    Und für all den Aufwand muss ja erst einmal Energie verbraten werden. Styropor, Glas(-wolle) und weitere Materialien wachsen nicht auf Bäumen. Die Handwerker verbraten auch jede Menge Energie bei ihrer Arbeit.

    Ein Anheizen dieser Märkte hätte also direkte Auswirkungen auf den Energieverbrauch.

  • @ ihr müsst gehorchen,..,,,
    bravo,
    kurz und klar auf den Punkt gebracht.
    Diese wärmegedämmten Objekte werden sich später schwer verkaufen lassen, oder nur mit Abzug der Kosten für erneute Sanierung.

  • Es herschen große Emotionen,was die Wärmedämmung von Häusern betrifft.Was letztendendlich vom Gesezgeber vorgeschrieben ist,die Dachbodendämmng und vielleicht später noch die Dämmung der Kellerdecken ist doch kostengünstig und rechnet sich .Wenn Fenster hin und wieder eingestellt werden,liegen sie sauber an,es entsteht keine Zugluft,dann reicht erst eimal auch ein WAK wert von 2,5.Wird die Heizung vernüftig gewartetspart das auch nicht unerheblich.
    Wenn das ales nicht reicht ,dann und erst dann ist eine Dämmung der Wände ein Mittel der Wahl.

  • Da muss ich "Ihr_muesst_gehorchen" 100% zustimmen.
    Ein WDVS (Wärmedämmungverbundsystem) muss regelmässig fachgerecht kontrolliert werden.
    Wird dies nicht gemacht endet das meist in einer Katastrophe.
    Ein Haus mit WDVS zu kaufen beinhaltet langfristig ein erhebliches Risiko.
    Weitere Informationen : http://www.ndr.de/ratgeber/verbraucher/haushalt_wohnen/waermedaemmung117.html

    Mfg. A. Wefels , Architekt

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