Klassikfans
Die Elbphilharmonie wird Tourismusmagnet

Die Hansestadt Hamburg erhält eine neue Attraktion. Die Elbphilharmonie wird gebaut. Nach mehr als zweijähriger Planung beschloss die Hamburgische Bürgerschaft Ende Oktober, dass sie das spektakuläre Projekt nach Plänen des international erfolgreichen Architektenduos Herzog & de Meuron umsetzen wird.

HB HAMBURG.Nach dem Plan der Schweizer wird der Kaispeicher A in der historischen Speicherstadt umgebaut. Auf dem Dach des denkmalgeschützten Backsteingebäudes soll ein gläserner Mischkomplex entstehen, der neben der Philharmonie mit zwei Konzertsälen auch Wohnungen, ein Hotel, Restaurants und eine Plaza mit Panoramablick beherbergen wird. Aus dem heutigen Speicher wird ein Parkhaus.

Grünes Licht erhielt das ambitionierte Vorhaben auch deshalb, weil eine Reihe von Gutachtern es für „wirtschaftlich machbar“ erklärt hat. Die Experten kamen zu dem Schluss, dass neben privaten und öffentlichen Investitionen eine Mischung aus Spenden, Sponsoring und Mäzenatentum Bau- und Betriebskosten abdecken wird. Das gesamte Investitionsvolumen beziffern die Gutachter auf 186 Mill. Euro. Davon entfallen 94,7 Mill. Euro auf die Errichtung der Elbphilharmonie und 22,4 Mill. Euro auf besondere Erschließungskosten – etwa für die Gestaltung von Wegen und Plätzen. Die Gutachter setzen bei ihrer Kalkulation voraus, dass sich die Stadt Hamburg selbst an den Kosten in Höhe von bis zu 77 Mill. beteiligt und zudem den Spielbetrieb mit jährlich 2,5 Mill. Euro unterstützt.

Die Berater von Roland Berger gehen in ihrer Musterrechnung von 30 Mill. bis 35 Mill. Euro Spenden und Sponsorenmittel aus. Die Spendensammlung begann verheißungsvoll. Wohlhabende Bürger haben bereits größere Beträge überwiesen, darunter der Unternehmer Michael Otto, der zehn Mill. Euro lockermachte. HSH Nordbank und Warburg Bank kündigten an, die Konzerthalle durch Stiftungen zu unterstützen.

Der Zeitplan für den Bau ist nicht weniger ambitioniert als dessen Finanzierung: 27 Monate nach Baubeginn im Januar 2007 will Projektkoordinator und Bauherr Hartmut Wegener mit den Arbeiten zum Abschluss kommen. Das erste Konzert soll im September 2009 stattfinden. An den Vorbereitungen ist schon jetzt eine Crew von 50 Fachleuten beteiligt, darunter auch der Architekt Ascan Mergenthaler und das Aachener Büro Höhler & Partner als Generalplaner.

Wirtschaftsförderer, Tourismusmanager und Kulturverantwortliche frohlocken aber schon heute: „Immer mehr Touristen kommen nach Hamburg, um sich das Entstehen der Hafencity anzusehen“, sagt Susanne Bühler, Pressesprecherin der Hafen-City Hamburg GmbH (HCH). Und Christoph Ringleben, Geschäftsführer des Maklerunternehmens Colliers Grossmann & Berger GmbH, das auch in der Hafen-City als Vermittler aktiv ist, bekräftigt: „Mit der Elbphilharmonie bekommt Hamburg einen Magneten, den andere Hafenstandorte nicht haben.“

In der Tat: Mit der Elbphilharmonie will Hamburg in die Weltliga der Musikmetropolen aufsteigen und mit Adressen wie dem Konzerthaus in Wien oder der Carnegie Hall in New York konkurrieren. „Die Elbphilharmonie wird nach unseren Vorstellungen ein Konzerthaus für alle sein. Sie wird sowohl erste Adresse für erstklassige internationale Klassik als auch populär im besten Sinne des Wortes sein“, schwärmt Hamburgs Kultursenatorin Karin von Welck bereits jetzt. mmb

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