„Klassikstadt“
Vier Wände für Oldtimer bringen hohe Renditen

Oldtimer-Zentren erleben derzeit einen regelrechten Boom, denn der Markt für alte Autos wächst dank gutbetuchter Kundschaft trotz steigender Spritpreise. Im Frankfurter Osten soll nun mit der "Klassikstadt" ebenfalls eine Erlebniswelt rund um klassische Automobile entstehen.

FRANKFURT. In dem historischen Backsteinbau der ehemaligen Landmaschinenfabrik Mayfahrt nahe der Automeile an der Hanauer Landstraße soll von Mitte nächsten Jahres an die gesamte Bandbreite oldtimerspezifischer Dienstleistungen angeboten werden. Dazu zählen neben spezialisierten Werkstätten auch Anbieter automobiler Accessoires.

Damit liegt Frankfurt voll im Trend. Denn ähnliche Oldtimer-Zentren bestehen schon in Düsseldorf und in Berlin. Bereits im Mai 2003 ging in Berlin das Oldtimer-Forum "Meilenwerk" in einem denkmalgeschützten Straßenbahndepot an den Start. Darauf folgte Meilenwerk Nummer zwei in einem Düsseldorfer Ringlokschuppen, und in Böblingen entsteht zurzeit das dritte Meilenwerk in einem historischen Flugzeughangar. Solche Projekte gelten als deutlich renditestärker als herkömmliche Gewerbeimmobilien.

Der Oldtimer-Markt ist dank gutbetuchter Kundschaft trotz steigender Spritpreise ein stark wachsender Markt. "Die jährlichen Zuwachsraten liegen zwischen acht und 14 Prozent", sagt Marc Baumüller, Geschäftsführer des Oldtimer-Dienstleisters Klassikstadt. Dabei gehören Hessen und insbesondere das Rhein-Main-Gebiet laut Kraftfahrt-Bundesamt zu den deutschen Regionen mit der höchsten Oldtimer-Dichte. Hier kommen auf 10 000 Einwohner 57 Oldtimer. Der Durchschnitt liegt bei 36.

Das denkmalgeschützte viergeschossige Gebäude der ehemaligen Mayfahrt-Werke wird komplett erhalten bleiben. Der monumentale Fabrikgeschossbau aus dem Jahr 1910 wurde nach Plänen des Architekten Carl Wolff errichtet. Die aus drei Flügeln zusammengesetzte Anlage beeindruckt durch ihre komplett erhaltene Backsteinfassade und ihre Bogenfenstern. "Im Zusammenspiel mit den großzügig arrangierten Nebengebäuden und der umlaufenden Außenanlage samt den Grünflächen stellt das Areal ein eindrucksvolles Ensemble historischer Industriekultur dar und damit den idealen architektonischen Rahmen für Klassikstadt", meint Baumüller.

Auf 16 000 Quadratmetern können Oldtimer-Besitzer unter anderem eine der rund 120 geplanten "gläsernen Garagen" anmieten. Ebenso haben sie hier die Möglichkeit, ihre Lieblinge reparieren, restaurieren, warten und pflegen zu lassen. Doch das ist längst nicht alles: "Hier entsteht ein kulturelles Forum rund um klassische Automobile, in dem nicht nur Oldtimerclubs ihre Räume finden werden, sondern das auch Start und Ziel für Oldtimerrallyes sein wird", sagt Baumüller. Darüber hinaus sollen ein Gourmet-Restaurant und ein "Werkstatt-Biergarten" den Aufenthalt zu einem Erlebnis machen.

Mit den Umbauarbeiten soll im September begonnen werden. Die Sanierungskosten schätzt Baumüller auf rund zehn Mill. Euro. Allerdings seien schon 80 Prozent der Fläche vermietet. "Die geographische Lage sowie das Angebot von rund 200 Besucherparkplätzen bieten die optimale Infrastruktur für ein Projekt dieser Größenordnung", resümiert Baumüller.

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