Kölner Immobilien-AG wehrt sich gegen Vorwürfe
Kritik eines Info-Dienstes stoppt Vivacon-Kursanstieg

Aktionäre der Immobilien-AG Vivacon haben eigentlich Grund zur Freude. Der Kurstrend zeigte seit Tagen nach oben. Doch Heinz Gerlach, Herausgeber des Branchendienstes „Direkter Anlegerschutz“, wirft Vivacon irreführende Berichterstattung vor.

DÜSSELDORF. Aktionäre der Immobilien-AG Vivacon (ISIN 0006048911) haben eigentlich Grund zur Freude. Der Kurstrend zeigte seit Tagen nach oben. Finanzvorstand Michael Jung kündigte ein Rekordergebnis an und die Analysten waren bislang positiv gestimmt. Doch Heinz Gerlach, Herausgeber des Branchendienstes „Direkter Anlegerschutz“, hat ein Haar in der Suppe gefunden. Er wirft Vivacon irreführende Berichterstattung vor. Seine Kritik zeigt Wirkung. Gestern brach der Kurs zeitweise um sechs Euro ein.

Dabei hatte Anfang vergangener Woche die Mitteilung über den Verkauf von 2 658 Wohnungen für 100 Mill. Euro zu einem Kursschub geführt. Robert Suckel, Analyst von SES Research, taxiert das Ergebnisplus vor Steuern auf zehn Mill. Euro, was dem veröffentlichten Neun-Monats-Vorsteuerergebnis von 9,9 Mill. Euro entspricht. Vorstand Jungs Kommentar: „sehr, sehr realistisch“. Die Berenberg Bank stuft den S-Dax-Wert von „halten“ auf „kaufen“ und setzt das Kursziel von 29 auf 39,40 Euro hoch.

Doch Heinz Gerlach moniert fehlende Informationen über einen zurückgezogenen Fonds, an dessen Konzeption er mitgewirkt hat, und darüber, dass ein angekündigter Ankauf von 1 900 Wohnungen geplatzt sei. Für den Münchner Anlegeranwalt Johannes Fiala steht dadurch der Verdacht irreführender Angaben und damit ein Verstoß gegen § 20a Wertpapierhandelsgesetz im Raum.

Vivacon kontert: Die Fondsimmobilien seien an einen Großinvestor verkauft worden. Die Gesellschaft räumt jedoch ein, dass das Paket von 1 900 Wohnungen noch nicht vollständig angekauft wurde. Inzwischen seien rund 300 Einheiten gekauft und bereits weiterveräußert worden. Über 1 600 Einheiten, davon 1 100 in einem kurzfristig ausgewiesenen Sanierungsgebiet, werde noch verhandelt. Zwischenzeitlich seien rund 3 900 Einheiten gekauft worden, worüber nicht berichtet worden sei, hält Vivacon Gerlach entgegen. Doch auch HVB-Analyst Peter-Thilo Hasler sagt: „Ich hätte mir gewünscht, die Firma hätte die Verzögerung so bekannt gegeben wie den Kauf.“

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