Konzentration auf Top-Lagen in den Einkaufsmeilen hält an
Kein Spielraum für höhere Ladenmieten

Das Weihnachtsgeschäft im deutschen Einzelhandel läuft mäßig. Für Besitzer von Einzelhandelsimmobilien ist dies keine gut Nachricht. Zwar mag der Verband noch keine Prognose für das nächste Jahr abgeben. Aber Spielraum für Mietsteigerungen sieht der Verband jedenfalls nicht.

DÜSSELDORF. Das Weihnachtsgeschäft im deutschen Einzelhandel läuft mäßig. Die Erwartung des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE) wird sich zwar wohl erfüllen: 370 Mrd. Euro Umsatz in diesem Jahr. Das bedeutet aber 0,5 Prozent weniger als 2003 – das dritte Minusjahr in Folge.

Für Besitzer von Einzelhandelsimmobilien ist dies keine gut Nachricht. Zwar mag der Verband noch keine Prognose für das nächste Jahr abgeben. Aber Spielraum für Mietsteigerungen sieht der Verband jedenfalls nicht. Über den Durchschnitt der deutschen Einzelhandelsflächen gerechnet ging die Quadratmeter-Miete in den vergangenen Jahren ohnehin zurück. Ausnahmen bestätigen die Regel: So kletterte in einigen Großstädten das Mietniveau beachtlich. Ihre Einkaufsmeilen ziehen an – nicht nur die eigene Wohnbevölkerung, sondern auch Menschen aus dem Umland.

Gerhard K. Kemper, geschäftsführender Gesellschafter des auf Innenstadtlagen spezialisierten Düsseldorfer Maklers Kemper’s, stellt fest: „Die 1a-Lagen haben sich gut gehalten. Es gibt so gut wie keine Leerstände.“ Große Filialketten, allen voran auf junge Mode spezialisierte Textilhändler wie H&M, Orsay, Bonita und Markenshops wie Diesel, haben die Nachfrage in den Einkaufsstraßen gestützt. „Die Filialisten haben eine Politik der Standortverbesserung betrieben“, sagt Kemper. In den vergangenen Jahren sehr gelitten hätten die 1b-Lagen in den Nebenstraßen der großen Shoppingmeilen.

Der Umsatzeinbruch macht es vor allem den kleinen- und mittelständischen Einzelhändlern schwer. Aufgrund des hohen Mietniveaus an den Top-Standorten in die Nebenlagen abgewandert, fehle ihnen nun Umsatz, stellt Olaf Roik, für Standortfragen zuständiger Immobilienexperte des HDE, fest. Kemper bringt es auf den Punkt: „Der Abschied der Einzelkämpfer hat sich in der Rezession beschleunigt.“

Zusätzliche Probleme bereitet diesen „Einzelkämpfern“ das Entstehen von Shoppingcentern in den Innenstädten mittelgroßer Städte und Stadtteilen der Metropolen. Neben der Konzentration auf die Ia-Lagen ist dies ein weiterer großer Trend auf dem Einzelhandelsimmobilienmarkt. Zum Jahresbeginn hat das auf Forschung im Einzelhandel spezialisiere Eurohandelsinstitut in Köln 352 solcher Zentren in Deutschland mit mehr als 10 000 Quadratmeter Fläche gezählt. In drei bis vier Jahren sollen 71 weitere hinzukommen. „Wir haben keine Sorge, dass uns die Standorte ausgehen. Der Trend zum innerstädtischen Shoppingcenter hält an“, sagt Robert Heinemann, Sprecher der ECE in Hamburg, des größten deutschen Entwicklers und Managers solcher Zentren.

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