Kosten im Griff
EZB startet im Frühjahr mit ihrem Neubau

Der spektakuläre Neubau der Europäischen Zentralbank kann nach langer Verzögerung im April starten. Die Doppeltürme auf dem Gelände der alten Frankfurter Großmarkthalle soll höchstens 500 Mio. Euro kosten und im April 2014 bezugsfertig sein.
  • 0

HB FRANKFURT/MAIN. Dank der gefallenen Rohstoffpreise kann die Europäische Zentralbank im April kommenden Jahres mit ihrem über 500 Mio. Euro teuren Neubau in Frankfurt beginnen. Wie die EZB am Donnerstag ankündigte, sollen die 185 Meter hohen Doppeltürme mit mehr als zweijähriger Verspätung Anfang 2014 bezugsfertig sein. Nach der separaten Ausschreibung in zwölf Paketen werde es gelingen, den Kostenrahmen einzuhalten, sagte EZB-Direktoriumsmitglied Lorenzo Bini Smaghi.

Im vergangenen Jahr war das spektakuläre Projekt des Wiener Architektenbüros Coop Himmelb(l)au auf Eis gelegt worden, da die Zentralbank keinen Generalunternehmer gefunden hatte, der das Projekt für den vorgesehenen finanziellen Rahmen bauen wollte. Der Neubau soll nicht mehr als 500 Mio. Euro kosten - gerechnet zu Preisen des Jahres 2005. Nach dem explosionsartigen Anstieg der Rohstoffpreise im vergangenen Jahr sind diese inzwischen zum Beispiel bei Stahl oder Zement wieder drastisch gefallen. „Wir sind Nutznießer des Platzens der Blase“, räumte Bini Smaghi ein. Die separate Ausschreibung habe außerdem die Konkurrenz unter den Bauunternehmen deutlich belebt.

Rund 400 Firmen aus ganz Europa hatten sich an der Ausschreibung für die ersten acht Pakete beteiligt. Die Verträge sollen Anfang kommenden Jahres unterzeichnet werden. Die restlichen vier Pakete sollen dann folgen. Insgesamt hatte die EZB im Jahr 2005 für das Gesamtprojekt inklusive Grundstückskosten rund 850 Mio. Euro vorgesehen. Bini Smaghi zeigte sich zuversichtlich, dass man am Ende unter der Milliarden-Grenze bleiben werde. Die Kosten werden von allen EZB-Mitgliedern gemeinsam getragen.

Die rund 1400 Beschäftigten der Zentralbank sind derzeit auf mehrere Gebäude im Frankfurter Bankenviertel verteilt. Der Neubau wird mehrere Kilometer davon entfernt im Ostend direkt am Main errichtet. Teil davon wird die denkmalgeschützte frühere Großmarkthalle des Architekten Martin Elsaesser.

Der für seine Spannbeton-Konstruktion berühmte Backstein-Bau aus dem Jahr 1928 wird durch einen stählernen Querriegel mit den Doppeltürmen verbunden. Der Riegel wird der EZB künftig als Eingangscenter und Pressezentrum dienen. Der Chef von Coop Himmel(b)lau, Wolf Prix, sagte, dass es trotz des festen Kostenrahmens bei der Qualität des Neubaus keine Abstriche geben werde.

Kommentare zu " Kosten im Griff: EZB startet im Frühjahr mit ihrem Neubau"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%