Kreditklemme drückt auf Kurse
Anleger ziehen Gelder aus Reit-Fonds ab

Die Hypothekenkrise und die Turbulenzen auf den Kreditmärkten haben US-Immobilienaktienfonds und genannte Real Estate Investment Trusts (Reits) besonders hart getroffen.

HB NEW YORK. Reits sind steuerbegünstigte Immobilienaktiengesellschaften. So brach der Kurs der KKR Financial Holdings vergangene Woche an einem einzigen Tag um 31 Prozent ein. Der Reit hatte zuvor mitgeteilt, sich mit einem Millionen-Verlust von etwa der Hälfte seiner Hypothekenkredite getrennt zu haben. Zwar hat sich der Aktienkurs seither wieder etwas erholt, dennoch hat KKR Financial Holdings seit Anfang Juli fast 40 Prozent seines Wertes eingebüßt.

Für die Immobilienaktienfonds, die in Reits investieren, geht eine siebenjährige Ära mit – teils spektakulären – Kursgewinnen zu Ende. Das ist eine besonders schlechte Nachricht für die Investoren, die in den vergangenen anderthalb Jahren rund 18 Mrd. Dollar in diese Anlageform gesteckt haben. Weil viele Anleger Anteile verkaufen, müssen auch die Fondsmanager Bestände abgeben, um liquide zu bleiben. Fonds mit Anlageschwerpunkt USA haben nach Berechnungen der Ratingagentur Morningstar in den vergangenen drei Monaten neun Prozent verloren.

Dabei waren Reits in den vergangenen Jahren Selbstläufer. Während der Aktienbaisse Anfang des Jahrzehnts entwickelten sie sich gut und gewannen dank des Immobilienbooms in den USA an Popularität. Denn auch nach den jüngsten Einbußen gilt: In den drei Jahren bis Ende Juli haben die Immobilienaktienfonds im Schnitt eine jährlichen Wertzuwachs von 17 Prozent erzielt. Auch zu Beginn dieses Jahres waren die Fondsmanager noch optimistisch. Zwar sorgten sie sich wegen des privaten Immobilienmarkts; aber der Gewerbebau galt als stark. Zudem boten Beteiligungsgesellschaften hohe Preise für Reits.

Nun drücken die Kreditklemme und das Ende des Private-Equity-Booms auf die Kurse. Morningstar-Analyst John Coumarianos schätzt, dass die Reits nach Jahren nach hohen Wertzuwächsen nun anfällig für hohe Verluste sind: „Fast alle sind überbewertet.“ Laut AMG Data Services haben die Anleger in den vergangenen Wochen mehrere Hundert Millionen Dollar aus den Fonds abgezogen, die rund 36 Mrd. Dollar an Vermögenswerten halten. „Das hat wesentlich zum Abschwung beigetragen“, sagt Franklin-Real-Estate-Securities-Fondsmanager Alex Peters.

Am härtesten getroffen von den aktiv gemanagten Immobilienfonds war der Munder Real Estate Equity Investment Fund, der seit Jahresanfang ein Fünftel seines Wertes verloren hat. Eine Top-Position, Rait Financial Trust, ein Hypotheken-Reit, der sich auf die Finanzierung von Gewerbeimmobilien spezialisiert hat, ist seit Jahresanfang um 76 Prozent eingebrochen.

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