Kreditverkauf in den USA
Gläubiger sollen Teilrisiko tragen

Gebündelte oder weiterverkaufte Immobilienkredite waren für die Finanzkrise mitverantwortlich. Damit Banken die Kreditvergabe genauer prüfen, will die US-Aufsichtsbehörde SEC Kreditgebern ein Stück vom Risiko aufbürden.
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WashingtonAls Konsequenz aus der Finanzkrise sollen Gläubiger in den USA bei einem Verkauf ihrer Forderungen an Investoren nicht das gesamte Risiko abgeben dürfen. Nach einem Vorschlag der Aufsichtsbehörde SEC sollen die Kreditgeber fünf Prozent des Ausfallrisikos tragen, wenn sie zum Beispiel Immobilienkredite bündeln und in Form von Wertpapieren versilbern.

Mit dem am Mittwoch veröffentlichten Vorschlag sollen Institute bei der Kreditvergabe vorsichtiger umgehen. Erfüllen die fraglichen Kredite bestimmte Kriterien, sind Ausnahmen möglich.

Der Einlagensicherungsfonds FDIC und die Notenbank Fed hatten am Dienstag ähnliche Vorschläge unterbreitet, mit denen das Dodd-Frank-Gesetz zur Reform des US-Finanzmarktes umgesetzt werden wird.

Außerdem will die SEC die Unabhängigkeit von Kommissionen in Aktiengesellschaften stärken, die für die Vergütung von Managern zuständig sind.

Unter anderem führte die Bündelung und der Weiterverkauf von Immobilienkrediten zur schwersten Finanzkrise seit den 30er Jahren. Damals gaben viele Kreditgeber das gesamte Risiko an Investoren weiter und hatten wenig Anreize, die Kreditwürdigkeit der Schuldner zu überprüfen. So kamen vor allem in den USA viele Menschen an Kredite, die in früheren Jahren etwa wegen fehlender Sicherheiten kein Darlehen bekommen hätten. Sowohl in den USA als auch in der Europäischen Union sollen Kreditgeber deswegen fünf Prozent des Risikos tragen müssen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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