Krisenland
So viele Zwangsräumungen wie nie in Spanien

Die Krise in Spanien wirkt sich auch auf dem Immobilienmarkt aus. Die spanische Justiz hat im vergangenen Jahr mehr als 100.000 Wohnungen zwangsgeräumt – ein neuer Rekord.
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MadridDie Gerichte im Euro-Krisenland Spanien haben 2012 einen Rekord von 101 034 Zwangsräumungen von Immobilien angeordnet. Wie der Generalrat der Justiz (CGPJ) am Freitag in Madrid bekanntgab, wurden davon im vergangenen Jahr mindestens 46 408 abgewickelt. Das seien 13,9 Prozent mehr als 2011, hieß es. Nach Beginn der Krise vor etwas mehr als viereinhalb Jahren wurden in Spanien nach Schätzungen verschiedener Organisationen mehr als 350 000 Familien aus ihren Wohnungen geworfen.

Die Behörden betonten, dass man die neuen Zahlen nicht alle unbedingt mit denen früherer Jahre vergleichen könne. Nun seien nämlich auch die in erster Instanz verfügten Zwangsräumungen wegen Insolvenz der Bewohner berücksichtigt worden. Die Zahlen zeigten aber eine Tendenz.

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hatte erst vergangene Woche das spanische Verfahren zur Zwangsräumung von Wohnungen für illegal erklärt. Nach dieser Entscheidung verstößt die spanische Gesetzgebung gegen den im EU-Recht verankerten Verbraucherschutz. Spanien versprach eine Gesetzesreform.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • "und diese "Kredite" dann auch noch mit 120 oder 140 % des Beleihungswertes ausgezahlt haben"

    Teilweise mit über 200% Auszahlung

  • Die spanische Justiz hat im vergangenen Jahr mehr als 100.000 Wohnungen zwangsgeräumt – ein neuer Rekord.
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    Dieser sogenannte "Rekord" relativiert sich schnell, wenn man bedenkt, dass spanische Banken z.B. Reinigungskräften oder Taxifahrern Immobilienkredite aufgeschwatzt haben - und diese "Kredite" dann auch noch mit 120 oder 140 % des Beleihungswertes ausgezahlt haben, damit die neue Wohnungseinrichtung und das neue Auto auch noch drin waren. Und das alles ohne jede Eigenleistung und ohne jedes Eigenkapital. Insofern dürften in Zukunft weitere "Rekorde" in Spanien zu erwarten sein.

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