Kroatien und Ungarn
Käufer lieben den Meerblick

Gediegene alte Seebäder gibt es nicht nur an der Ostsee. Auch Opatija in Kroatien kann auf eine lange Tradition als Badeort zurückblicken. Doch wer hier seinen Zweitwohnsitz in einer der schmucken alten Villen mit Meerblick sucht, muss tief in die Tasche greifen und rund 7 000 Euro pro Quadratmeter ausgeben. Das Nachbarland Ungarn lockt indes mit Immobilien am Plattensee.

DÜSSELDORF. "Die richtig teuren Sachen kaufen die Russen", konstatiert Michael Grimm von der Maklerkette Engel und Völkers Seiner Erfahrung nach kaufen Deutsche eher Apartments und ältere Häuser für rund 2 000 Euro pro Quadratmeter. Deutsche und Österreicher sind nach Grimms Einschätzung etwa die drittstärkste Käufergruppe. Die größte Fraktion unter den Touristen an der istrischen Adria sind die Deutschen längst. Für das eigene Feriendomizil suchen sie nach Wohnungen mit mindestens zwei Schlafzimmern - und Meerblick natürlich.

Auf den ersten Blick überwiegt das Angebot die Nachfrage. Doch "die Preise sind nach dem Krieg schneller wieder gestiegen, als viele Käufer dachten", beobachtet Peter Schöllhorn von der Deutschen Schutzgemeinschaft Auslandsimmobilien. Überdies seien manche Häuser renovierungsbedürftig, und die Verkehrsinfrastruktur sei noch im Aufbau. Auch Makler Grimm rät Kaufinteressenten, den Bauzustand genau unter die Lupe zu nehmen, die Eigentumsrechte und die Übereinstimmung zwischen Gebäude und Baugenehmigung zu prüfen. "Für manche nachträglich ausgebaute Wohnung gibt es gar keine Wohnberechtigung", warnt Grimm.

Wer eines der wenigen wirklich guten Angebote gefunden hat, braucht dringend einen guten Anwalt. Der kümmert sich um den Kaufvertrag und holt die erforderliche Genehmigung beim Justizministerium ein. "Wenn der Anwalt alle zwei Wochen wieder dort anruft, geht es auch schnell mit der Genehmigung", sagt Grimm. Auch Schöllhorn meint, dass Käufer an der kroatischen Küste manchmal einen längeren Atem brauchen. Doch das schreckt die Interessenten nicht.

Der Trend zum Meeresstrand erklärt seiner Meinung nach auch, warum die Nachfrage nach Ferienimmobilien im Nachbarland Ungarn zurückgegangen ist. Deutsche Immobilienkäufer zieht es, wenn es schon keinen Meeresstrand gibt, am ehesten an den "Balaton". "Der Plattensee ist die beliebteste Ferienregion", sagt Monika Döme von der Maklerkette Engel und Voelkers. Er lockt Naturfreunde, Vogelkundler und die Fans der dort zahlreichen Thermalbäder. Ungarns beliebteste Ferienregion nennt Schöllhorn allerdings auch eine "bekannt teure Ecke". Deutsche Käufer konkurrieren mit Immobilieninteressenten aus Österreich, für die die Fahrt an den Plattensee sehr viel kürzer ist.

Wer ein Gebäude für mehr als 400 000 Euro erwirbt, muss zudem die neue ungarische Luxussteuer einkalkulieren. Und wer auf dem ungarischen Zweitanwesen Wein anbauen will, scheitert bislang sowieso. Der Erwerb von Ackerland ist für ausländische Privatpersonen in Ungarn normalerweise nicht möglich. Erst wenn das ungarische Recht stärker an die EU-Normen angepasst wird, rechnet die Deutsche Botschaft in Budapest hier mit Liberalisierungen. Winzer und Ferienlandwirte sollten also noch etwas warten.

Innerhalb besiedelter Gebiete können Ausländer Immobilien erwerben, wenn Sie bei den örtlichen Behörden eine entsprechende Genehmigung einholen. Übrigens: Wer gekauft hat, sollte sich aus steuerlichen Gründen nicht mehr so schnell vom ungarischen Zweitwohnsitz trennen. Veräußerungsgewinne sind innerhalb der ersten fünf Jahre steuerpflichtig, und Beschenkte müssen mit hohen Abzügen rechnen. "Die Schenkungssteuersätze liegen zwischen fünf und 40 Prozent, die Erbschaftsteuer beträgt maximal vier Prozent", erklärt Rechtsanwalt und Steuerberater Andreas Franke.

Infos im Netz

Die deutsch-ungarische Industrie und Handelskammer bietet Informationen zu Steuergesetzen.
www.ahkungarn.hu

Die deutsche Botschaft in Budapest hält ein Merkblatt zum Erwerb von Grundeigentum bereit.
www.budapest.diplo.de

Die Bundesagentur für Außenwirtschaft bietet eine Broschüre: "Ungarn - Rechtstipps für Exporteure, Grunderwerb".
www.bfai.de

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