Landesbanken haben neues Geschäftsfeld erschlossen - Konkurrenzdruck durch Reits befürchtet
Spezialfonds für Immobilien sind gefragt

Die deutschen Landesbanken müssen sich ab dem 19. Juli – wenn die staatlichen Haftungsgarantien ausgelaufen sind – nach neuen Geschäftsfeldern umsehen. Viele Institute haben sich auf das Datum schon seit Jahren vorbereitet. Ein Beispiel hierfür ist die Immobilien-Spezialfondsgesellschaft LB Immo Invest.

HB DÜSSELDORF. Die Gesellschaft mit Sitz in Hamburg wurde im Jahr 2001 von der Hamburgischen Landesbank gegründet. Seit der Fusion der Hamburgischen Landesbank mit der Landesbank Schleswig-Holstein zur HSH Nordbank AG werden die Gesellschaftsanteile über die HSH Nordbank AG gehalten. Im April 2003 haben sich mit je 25 Prozent die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) und die Real I.S. AG, eine Tochter der Bayerischen Landesbank (BayernLB) , an dem Unternehmen beteiligt.

Laut Michael Vogt, Geschäftsführer der LB Immo Invest, bringt die Gesellschaft der Sparkassen–Finanzgruppe gleich mehrere Vorteile. Die Landesbanken können mit einer stetigen Rendite rechnen und die Sparkassen haben eine Möglichkeit, ihre eigenen Geldanlagen zu diversifizieren. Nach Angaben von Vogt wird aber nicht nur innerhalb der Gruppe Geschäft gemacht, denn die Kapitalzusagen der Verbundpartner betragen nur 20 bis 30 Prozent aller eingeworbenen Mittel. Der Rest kommt von Versorgungswerken, Versicherungen und anderen institutionellen Anlegern. Damit hat sich die öffentlich-rechtliche Gruppe teilweise einen neuen Kundenkreis erschlossen.

Das Geschäft der LB Immo Invest ruht auf zwei Säulen. Zum einen gibt es Individualfonds, die nach den spezifischen Vorgaben eines einzelnen Investors gezimmert werden – zum anderen werden so genannte Bausteinfonds angeboten, bei denen die Investoren schon mit fünf bis zehn Mill. Euro dabei sind. Gegenwärtig gibt es vier solcher Bausteinfonds, die etwa in deutsche Wohnimmobilien oder Supermärkte beziehungsweise in europäische Büroimmobilien investieren.

Im Gegensatz zu den angelsächsischen Beteiligungsfonds, die auf eine möglichst rasche Mieterprivatisierung setzen, sieht sich die LB Immo Invest als Bestandshalter über einen langen Zeitraum. So erwirtschaftet sie mit Wohnungen im Mittel eine Netto-Rendite nach Abzug aller Kosten von ungefähr fünf bis sechs Prozent. Dagegen kommen Beteiligungsfonds wie Terra Firma oder Fortress auf mindestens 20 Prozent Rendite. Das liegt unter anderem daran, dass die LB Immo Invest bei ihren Transaktionen höchstens 50 Prozent Fremdkapital einsetzen darf, während die Private-Equity-Häuser angesichts der günstigen Zinsen auf bis zu 90 Prozent Fremdmittel zurückgreifen. Vogt sieht zwischen beiden Investorengruppen aber auch noch einen Unterschied in der Geschäftsphilosophie. Da man im öffentlich-rechtlichen Lager eingebunden sei, könne man nicht nur auf die Rendite schauen, sondern man müsse auch noch soziale Aspekte mitberücksichtigen. Die Finanzinvestoren halten dagegen, dass sie bisher immer alle Sozialstandards einhielten und etwa bestehende Mietervereinbarungen respektiert haben.

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