Landschaftsarchitektur
Städte brauchen Freiräume

Die Zukunft der Menschen wird sich in den Metropolen abspielen. Bereits heute leben mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung in Großstädten – Tendenz steigend. Deshalb gewinnt öffentlicher Raum immer mehr an Bedeutung und erfüllt zunehmend integrative Funktionen. So schafft Landschaftsarchitektur auch Lebensqualität.

FRANKFURT. "Von drei Babys werden zwei in Städten geboren und werden auch dort leben", sagt Klaus Töpfer, ehemaliger Bundesumweltminister und Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen. Die dramatische Verstädterung führt zu sozialen wie ökologischen Problemen. "Das Prinzip der ausufernden Stadt ist weder ökologisch noch ökonomisch zu vertreten", ist Töpfer überzeugt.

Spannungen, Konflikte und Unruhen treten vor allem in den Städten auf, die die Erwartungen ihrer Einwohner nicht erfüllen. Dass davon nicht nur Städte in Entwicklungsländer betroffen sind, hat sich im vergangenen Herbst in Paris gezeigt. Um der zunehmenden Zahl an Zuwanderern Herr zu werden, genüge es nicht, immer mehr am Reißbrett geplante Vorstädte in steriler Architektur zu entwickeln. "Wir müssen Lösungen suchen und finden, die die Voraussetzungen für eine friedliche Weiterentwicklung der städtischen Gesellschaft leisten", fordert Töpfer.

In einer Zeit, in der Abschottung offenbar wichtiger sei als Kommunikation, gewinnt dabei auch der öffentliche Raum wieder an Bedeutung. Urbane Freiräume, Straßen und Plätze erfüllen eine wichtige integrative Aufgabe im städtischen Leben. Einfühlsam gestaltet, erhöhen sie die Attraktivität einer Stadt und damit die Lebensqualität für jene Menschen, die in ihr wohnen und arbeiten. Davon jedenfalls ist Ingeborg Paland, Geschäftsführerin des Bundes Deutscher Landschaftsarchitekten, überzeugt: "Freiraumplanung und Landschaftsarchitektur schaffen Lebensqualität. Sie prägen im Wechsel- und Zusammenspiel mit der Bebauung das Bild der Stadt, schaffen Identität und Unverwechselbarkeit."

Besonders gelungene Beispiele neu strukturierter städtischer Freiräume will der "International Urban Landscape Award" würdigen, der am vergangenen Mittwoch von der Eurohypo in Kooperation mit der Fachzeitschrift Topos und dem Magazin A&W Architektur & Wohnen in Frankfurt verliehen wurde.

Insgesamt 79 Projekte hatten sich um den Preis beworben, fünf wurden in einem ersten Schritt von einer Fachjury nominiert. Auf das Siegertreppchen schaffte es schließlich der Riemer Park in München. Der Erholungspark auf dem Gelände des ehemaligen Münchener Flughafens Riem wurde von den Pariser Landschaftsarchitekten Latitude Nord konzipiert, die einen modernen Park in der Tradition klassischer europäischer Landschaftsgärten schufen "Für uns war es eine Herausforderung, in einer Stadt, in der eigentlich schon der schönste Landschaftspark Europas steht, der Englische Garten, einen weiteren Landschaftspark zu entwickeln", resümiert Architekt Gilles Vexlard.

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