Laufende Gebühren steigen – Studie lobt höhere Aufwendungen für Instandhaltung
Renditen offener Immobilienfonds geraten unter Druck

Während die Erträge offener Immobilienfonds sinken, steigen ihre laufenden Gebühren. Dies ist ein Ergebnis der Studie „Analyse offener Immobilienfonds“ von Stefan Loipfinger und Richard Helm.

rrl DÜSSELDORF. Auf Basis der jeweils letzten Rechenschafts- oder Halbjahresberichte der Fonds ermittelte das Autorenduo gegenüber dem Vorjahr um 13 Prozent gesunkene ordentliche Erträge, während die Gebühren um 17 Prozent kletterten. Die Leidtragenden sind die Anleger: Sie müssen sich mit niedrigeren Renditen zufrieden geben.

Die Gebühren offener Immobilienfonds haben nach Loipfingers Einschätzung „ein dramatisches Ausmaß erreicht“. Über alle offenen Immobilienfonds seien im Mittel 29,6 Prozent der ordentlichen Nettoerträge als Kosten abgerechnet worden. Loipfinger untermauert seine Kritik an der Gebührenpolitik mit dem Hinweis, dass auch die Gebühren gemessen am Fondsvolumen gegenüber der Vorperiode von 0,84 auf 0,94 Prozent gestiegen sind. In die Berechnung flossen die Kosten gewichtet nach den Volumina der Einzelfonds ein.

Die Studie berücksichtigt auch die von den Investmentgesellschaften unabhängig von den Erwerbsnebenkosten wie Maklercourtage erhobenen Bau- und Ankaufsgebühren für neue Objekte, die in der von den Investmentgesellschaften veröffentlichten Gesamtkostenquote (Total Expense Ratio – TER) nicht enthalten sind. Die TER wird auf Basis des durchschnittlichen Fondsvermögens eines Jahres ermittelt. Der Fondsbranchenverband BVI kommt zu einem anderen Ergebnis: Per Ende April gab die nach Fondsvolumen gewichtete TER auf 0,69 (Vorjahr 0,70) Prozent nach.

Besonders hohe Gebühren von 1,48 Prozent des Fondsvolumens hat das Analystenteam für den Fonds Kanam Grundinvest ermittelt. Die Vertragsbedingungen gestatten der Investmentgesellschaft, bis zu 1,5 Prozent Managementgebühr zu erheben. Ein Kanam-Sprecher verwies aber darauf, dass aktuell lediglich 0,6 Prozent abgezogen würden. An Bau- und Kaufvergütungen sei – wie bei vielen anderen Gesellschaften – ein Abzug von maximal zwei Prozent gestattet. In der Praxis schwankten diese Gebühren zwischen 0,5 und 1,2 Prozent. Bei jungen, expandierenden Fonds wie dem eigenen fielen Kaufkosten auch stärker ins Gewicht, sagte der Sprecher.

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