Immobilien
Leeds macht Londons Büromarkt harte Konkurrenz

Wer bei Leeds an eine graue Industriestadt aus den 70er Jahren denkt, kann sich schnell vom Gegenteil überzeugen. Wie sich die Stadt entwickelt, sieht der Besucher schon bei einem Gang durch die Innenstadt. In allen Himmelsrichtungen stehen Baukräne. Rund um den Fluss Aire sprießen Dutzende von Apartmenthäusern, Hotels und Büros aus dem Boden. Neben dem Bahnhof leuchten frische, rote Backsteinfassaden in der Sonne.

HB LEEDS. Kein Zweifel: Der nordenglische Ort mit 750 000 Einwohnern hat sich in eine moderne Dienstleistungsstadt verwandelt – was sich auch an dem sehr selbstbewussten Werbeslogan „Des Königsreichs liebste Stadt“ zeigt.

Wie alle englischen Städte profitiert Leeds von der seit Jahren wachsenden Wirtschaftskraft Großbritanniens. Ein Vorteil der Stadt: Sie hat sich nach London und Birmingham als drittgrößtes Zentrum für Finanzdienstleistungen etabliert. Anwälte lassen sich hier – gerade zwei Zugstunden von der Hauptstadt entfernt – gerne nieder. Das zeigt sich etwa an den Preisen für Wohneigentum, die in der Stadt zuletzt deutlich stärker stiegen als irgendwo sonst im Land. Auf gewerblicher Seite blieb Leeds dagegen der Verfall der Preise erspart.

Zwar wird Leeds London niemals den Rang ablaufen. Dennoch registrierte man im Norden Englands mit großem Interesse, dass eine von der Regierung beauftragte Studie empfiehlt, mehr als 20 000 Jobs des öffentlichen Sektors von London in die Regionen zu verlagern. Schatzkanzler Gordon Brown goss diese Empfehlung sogleich in ein Regierungsprogramm.

Für die Londoner Stadtteile und Regierungsstandorte Victoria und Westminster ist dies keine schöne Aussicht. Wird das Programm umgesetzt, werden auch dort die Mieten sinken und der Leerstand steigen.

Derweil kämpfen andere Bürostandorte Londons noch mit den Folgen der Krise an den Finanzmärkten. Die Nachfrage der traditionellen Mieter in London, der Banken und Fonds, ist deutlich zurückgegangen und hat damit die Leerstandsquote in der City zeitweise auf fast ein Fünftel erhöht. Doch obwohl die Mieten fielen, blieb die Nachfrage nach Kaufobjekten hoch, weil Fonds und andere Investoren auch von jetzt halb leeren Bürogebäuden in London immer noch höhere Rendite erwarten als anderswo auf der Welt. Allein deutsche Investoren erwarben für knapp 4,1 Mrd. Euro Immobilien in London und waren damit die wichtigste ausländische Käufergruppe.

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