Leerstand in der ungarischen Metropole sinkt – Analysten erwarten steigende Mieten
In Budapest wächst die Büro-Nachfrage

Ein gutes Jahr nach dem Beitritt Ungarns zur Europäischen Union hat der Büroimmobilienmarkt in Budapest seine Talsohle durchschritten. Bei belebter Nachfrage und vergleichsweise geringem Angebot dürften die Mieten nach Jahren des Rückgangs bald wieder steigen. Die Kehrseite: Investoren müssen ihre Renditeerwartung zurückschrauben.

BUDAPEST. „Gut vermietete Objekte sind in Budapest rar gesät“, beobachtet etwa Joachim Seeler, Geschäftsführer der HGA Capital Grundbesitz und Anlage GmbH in Hamburg. Nach dem Erwerb eines Einzelhandelszentrums im ungarischen Pécs hat der zur HSH Nordbank Gruppe gehörende Initiator geschlossener Immobilienfonds jüngst sein erstes Bürogebäude in der Hauptstadt erworben. Und man sucht weiter nach geeigneten Anlagemöglichkeiten. „Die Renditen sind allerdings seit Jahresbeginn noch einmal um ein bis eineinhalb Prozentpunkte auf etwa sieben Prozent gesunken.“

Ursache ist eine zurzeit deutlich gestiegene Nachfrage bei gleichzeitig sinkendem Angebot. So wurden im vergangenen Jahr rund 225 000 Quadratmeter (qm) Bürofläche in Budapest neu vermietet, fast doppelt so viel wie im Vorjahr, melden die Marktbeobachter des internationalen Immobilienberatungsunternehmens CB Richard Ellis (CBRE). Gleichzeitig kamen nur circa 75 000 qm Fläche zusätzlich auf den Markt, so wenig wie seit sechs Jahren nicht mehr. Am Ende dieses Jahres dürften gut 100 000 qm neue Bürofläche an der Donau zur Verfügung stehen – bei erwarteten Neuvermietungen von rund 175 000 qm.

Folgerichtig hat sich die Situation positiv auf die Leerstandsquote aus-gewirkt. Ihren Höhepunkt erreichten die Leerstände im Jahr 2001, als mehr als ein Fünftel der rund 1,1 Mill. qm Bürofläche ungenutzt blieb. Obwohl in der Zwischenzeit der Bürobestand um 400 000 qm zunahm, sank der Leerstand auf aktuell gut 15 Prozent. Projektentwickler und Investoren werten das offenbar als gutes Zeichen. Im laufenden Jahr seien rund 140 000 qm im Bau, im kommenden Jahr würden weitere 260 000 qm hinzukommen, meldet CBRE. Auch deutsche Projektentwickler sind längst an der Donau aktiv, darunter die Hochtief Projektentwicklung (HTP) aus Essen und die Bayerische Hausbau aus München. Deren gut 27 000 qm großes Bürohaus am Roosevelt tér unweit des Donauufers ist bereits fertig gestellt. Auch ein Ankermieter scheint gefunden: Wie zu hören ist, soll Energieriese Eon jüngst einen Mietvertrag über 10 000 qm unterzeichnet haben.

Noch im Planungsstadium befindet sich das erste Projekt der Hochtief-Tochter HTP. In Pest Central, der Budapester Stadtseite östlich der Donau, wollen die Essener den Einstieg ins Ungarngeschäft in Angriff nehmen. An der Hauptverkehrsachse in Richtung Norden, der Vácí út im zwölften Stadtbezirk, erwarb HTP ein knapp 9 000 qm großes Grundstück und will dort bis 2007 in drei Bauabschnitten rund 33 000 qm Bürofläche errichten.

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