Leipzig und Dresden
Büroleerstand sinkt erst ganz allmählich

Das Rennen um den wichtigsten Büroimmobilienstandort im Land Sachsen ist längst entschieden: Mit klarem Abstand behauptet sich die Messestadt Leipzig seit Jahren gegenüber der Landeshauptstadt Dresden.

HB DÜSSELDORF. Auch im ersten Halbjahr 2006 änderte sich daran nichts, im Gegenteil. Für Leipzig meldet Aengevelt Immobilien rund 55 000 Quadratmeter neu vermieteter Fläche, ein Plus von rund 20 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. In Dresden dagegen fanden laut Angaben des Immobilienberatungsunternehmens Dr. Luebke gerade einmal 19 400 Quadratmeter Bürofläche neue Mieter, knapp zehn Prozent weniger als in den ersten sechs Monaten 2005. Immerhin blieben die Mietpreise dennoch stabil und liegen in der Spitze bei 9,80 Euro pro Quadratmeter und Monat. In mittleren und guten Lagen werden zwischen fünf und sieben Euro erzielt.

Kaum mehr zahlen Büromieter in Sachsens Vorzeigestadt Leipzig: "Bezogen auf das gesamte Stadtgebiet liegt das Gros der Mietverträge stabil zwischen fünf Euro und 6,60 Euro", sagt Ingo Weber von Aengevelt Research. Nach vier Jahren Stagnation beobachtet Stefan Sachse, Leiter der Leipziger Niederlassung des internationalen Immobilienberaters Atisreal, indes erstmals einen leichten Anstieg der Miete für Spitzenobjekte: Sie erreicht aktuell elf Euro pro Quadratmeter und Monat. "Für den Markt ist diese Entwicklung ein wichtiges Signal", urteilt Sachse.

Als besonders positiv wertet Aengevelt-Analyst Weber überdies, dass rund ein Viertel aller Vermietungen im ersten Halbjahr 2006 echte Neuansiedlungen waren, weitere 8 000 Quadratmeter gehen auf das Konto expandierender Unternehmen. Dies nährt die Hoffnung, dass der nach wie vor hohe Büroleerstand in der Messestadt langsam abgebaut werden kann. 750 000 Quadratmeter, so meldet Aengevelt, suchen weiterhin Mieter, eine Quote von immerhin gut 19 Prozent. Bis Ende 2006 sei jedoch mit einem leichten Rückgang zu rechnen, so die Prognose.

Angesichts eines solchen Vorrats an Flächen halten sich Projektentwickler nach wie vor mit Investitionen zurück: Seit Ende 2005 seien keine neuen Vorhaben begonnen worden, berichtet Atisreal-Niederlassungsleiter Sachse, "obwohl mittlerweile fast ein Mangel an modernen Flächen herrscht". Genau darauf jedoch richte sich die Nachfrage: "Die Vermietung normaler und unsanierter Büros bleibt problematisch."

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