"Liebhaberei-Frist soll nicht rückwirkend gelten
Steuernachzahlungen bei Immobilienfonds vom Tisch

Anleger, die in den vergangenen Jahren ihr Geld in Geschlossene Immobilienfonds investiert haben, können aufatmen: Eine Steuer-Rückzahlung in Milliardenhöhe wird es nicht geben.

HB BERLIN. Das Bundesfinanzministerium stellte am Freitag in Berlin klar, dass die geplante deutliche Verkürzung der für die Steuersparmodelle wichtigen „Liebhaberei“-Frist nicht rückwirkend gelten soll. „Fonds, die in der Vergangenheit aufgelegt wurden, müssen sich keine Sorgen machen“, sagte eine Sprecherin. Es würden keine Nachzahlungen fällig. Die Beratungen zu der Anweisung seien aber noch nicht abgeschlossen.

Anbieter und Investoren geschlossener Immobilienfonds hatten befürchtet, dass die Verwaltungsanweisung zur Fristverkürzung auch rückwirkend für ältere „offene“ Anlagen gilt, deren Steuerbescheide noch nicht rechtskräftig sind. In diesem Fall hätten zehntausende Anleger die früher gewährten Steuererstattungen an den Fiskus zurückzahlen müssen. Betroffen wären vor allem Fonds für den sozialen Wohnungsbau sowie für Immobilien in den neuen Ländern, die auf Jahre kaum Aussichten auf Gewinne haben. Diese Anlagen würden dann als „Liebhaberei“ ohne Gewinnerzielungsabsicht eingestuft.

Bisher wird von Immobilienbesitzern ein „Totalüberschuss“ ihrer Investitionen nach spätestens 100 Jahren verlangt - die Summe aller Steuerergebnisse muss dann positiv sein. Diese Frist soll nun bei neuen geschlossenen Immobilienfonds auf 30 Jahre verkürzt werden. Sollte der Fonds also nach 30 Jahren unterm Strich immer noch rote Zahlen schreiben, liegt aus Sicht der Behörden keine Gewinnerzielungsabsicht vor. Die Anlage wäre „Liebhaberei“ und ein privates Hobby. Steuervorteile müssten rückgängig gemacht werden.

Geschlossene Immobilienfonds waren wegen der Steuersparmodelle vor allem in den 90er Jahren in Ostdeutschland eine gefragte Anlage. Der Boom hatte aber auch zu unzähligen Investitionsruinen geführt. Anleger konnten ihre Verluste jedoch von der Steuer absetzen. Dem Fiskus sind die Steuerschlupflöcher seit längerem ein Dorn im Auge.

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