Lieblingsziel deutscher Pensionäre
Spanien: Die Sonne ruft

Spanien bleibt das Lieblingsziel deutscher Pensionäre. Allerdings zieht es sie immer häufiger aufs Festland statt auf die Inseln.

So wie den 53-jährigen Journalisten Peter Klein. Er geht noch lange nicht in Rente, träumt sich aber schon in die baumelnde Hängematte: "Vielleicht kann ich ja ein paar Jahre eher aussteigen." Einen Altersruhesitz hat er schon: Im Sommer wird sein 120 Quadratmeter großes Haus auf der Landzunge Mar Menor in der weit gehend vom Massentourismus unentdeckten südspanischen Region Murcia fertig. Betreiber der von Familien, Singles und Rentnern durchmischten Luxus-Wohnanlage samt ambulantem Pflegedienst und angeschlossenem Golfplatz ist das spanisch-deutsche Joint Venture Polaris World.

Das milde Küstenklima in den Wintermonaten macht Spanien zum Rentenparadies par excellence. Die meisten Pensionäre bleiben in Deutschland gemeldet, beziehen und versteuern dort ihre Einkünfte. Bei der Besteuerung von Immobilien werden in Spanien Deutsche dann doch wie Einheimische behandelt: Sie müssen eine einmalige Grunderwerbssteuer und danach jährlich Grundsteuer zahlen, der Verkäufer einmal die Gewinnsteuer. Es ist nicht zu empfehlen, die Zelte in Deutschland ganz abzubrechen - dafür sind Spaniens Sozialleistungen zu schlecht.

Teueres Mallorca

Die Balearen sind für viele Neueinsteiger kaum noch erschwinglich und verlieren als Geldanlage im Vergleich zu den Neunzigerjahren an Reiz. Die Quadratmeterpreise für Ferienhäuser mittleren Standards - im Schnitt 2500 Euro - stagnieren vielerorts oder steigen nur noch schleichend. Der spanische Fiskus ist hier auf seiner Suche nach Schwarzgeldsündern zudem sehr erfolgreich.

Immobilien auf dem Festland werden immer teurer: Inzwischen liegen Neubauten in Strandlagen bei 2000 Euro pro Quadratmeter. Die wenig besiedelte Region Murcia ist mit rund 1200 Euro pro Quadratmeter dagegen ein günstiges Pflaster. "Hier ist noch Potenzial für wesentlich mehr", wirbt Philipp Kirchheim, Partner der auf spanisches Immobilienrecht spezialisierten Kanzlei mmm & m. Ein Großteil der Baufläche ist erst in Entwicklung.

Hoher Lebensstandard

"Der Anspruch an einen Altersruhesitz hat sich enorm geändert", glaubt Martin Züchner vom Immobilienunternehmen KingSturge. Deutsche wollen nicht nur das Meer und den Flughafen in unmittelbarer Nähe, Marmorböden und Heizung. Sie fordern auch den benachbarten Golfplatz, Sicherheitsdienst, Swimmingpool-Service und den deutschsprachigen Pflegedienst vor Ort.

Derzeit sind in Spanien zahlreiche Projekte dieser Art in Bau oder gerade fertig gestellt worden. Zum Beispiel Mosa Trajectum, das der holländische Fußballtrainer und ehemalige Nationalspieler Johan Cruyff betreibt. Sein an der Costa Cálida, ebenfalls in der Region Murcia angesiedeltes Key Resort verfügt über einen 27-Loch-Golfplatz, eine Privatklinik, Luxushotels, ein Einkaufszentrum und viele zum Verkauf stehende Villen. Wohnen auf Probe. Dazu bieten sich auf Deutsche ausgerichtete Freizeitresorts wie das Oliva Nova Golf in Denia an der Costa Blanca an. Erst testhalber mieten, dann kaufen - so der Ansatz. Hier wie auch bei Mosa Trajectum muss der Interessent für rund 100 Quadratmeter mindestens 200.000 Euro hinlegen.

Hotel statt Eigenheim

Wen ein Immobilienkauf nicht reizt, der sollte ein Langzeithotel wie das Puerto Luz an der Costa de la Luz in der Nähe von Cádiz in Erwägung ziehen. Es ist eine 74-Zimmer-Luxusresidenz samt Schönheitsklinik, konzipiert für Menschen ab 55 Jahre aufwärts. Ein Monat in der Residenz, 500 Meter vom Strand de Valdelagrana entfernt, kostet je nach Saison zwischen 2000 und 2500 Euro - Essen und viele Dienstleistungen inklusive. Besonders hübsch: Dünen, grüne Parks und eine stete leichte Brise erinnern an die Nordsee.

Quelle: Wirtschaftswoche Nr. 13 vom 24.03.2005 Seite 111

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