Logistik
In Ballungsgebieten fehlen Flächen

Deutschland wird als Umschlagplatz immer wichtiger. Lagerflächen sind in Deutschland zurzeit so gefragt wie niemals zuvor. Nicht weniger turbulent ist der Investmentmarkt.

DÜSSELDORF. Lagerflächen sind in Deutschland zurzeit so gefragt wie niemals zuvor. Eigennutzer und Mieter übernahmen laut Immobilienberater Jones Lang Lasalle (JLL) im ersten Halbjahr 2006 rund 1,7 Mill. Quadratmeter (qm) Fläche – 38 Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. Nicht weniger turbulent ist der Investmentmarkt: „Das Transaktionsvolumen betrug im ersten Halbjahr etwa eine Milliarde Euro“, berichtet Peter Schuijlenburg, Leiter des JLL-Industrie-Investment-Teams. Das entspricht etwa 60 Prozent des Vorjahreswertes. „Es ist sehr viel Bewegung im Markt“, bestätigt Inga Schwarz, Analystin beim JLL-Wettbewerber Cushman & Wakefield (C&W) den Boom auf dem Logistik-Sektor.

Eine gemeinsamen Studie von Nord/LB und Bremer Landesbank beziffert den Lagerflächenbestand in Deutschland im Jahr 2004 auf 290 Mill. qm, wovon nur 11,4 Mill. qm auf moderne Logistikflächen entfallen. Das große Interesse an Flächen zur Lagerung, Kommissionierung und Konfektionierung von Waren schreiben die Immobilienberater zu einem kleinen Teil dem aktuellen Konjunkturaufschwung, viel mehr aber der Osterweiterung der EU zu. „Die geografische Zentralität macht Deutschland zum logistischen Zentrum für Güterim- und -exporte“, heißt es in der Studie der Landesbanken dazu.

„Der Logistik-Immobilienmarkt wird von Investoren getrieben, die fast jede Immobilie in Betracht ziehen, für die es einen langfristigen Mieter mit guter Bonität gibt“, stellt C&W-Analystin Schwarz fest. Und Renko Schmidt, Geschäftsführer der Ixocon GmbH, Immobilientochter des Hamburger Hafenlogistik-Spezialisten Buss, hat den Eindruck gewonnen: „Wer auf dem Wohnungsmarkt zu kurz gekommen ist, schaut nach Alternativen – etwa nach Logistikimmobilien.“ Allerdings treffen die Kaufinteressenten damit auf einen Nischenmarkt. Der Anteil am deutschen Investitions-Immobilienmarkt habe im Jahr 2004 nur 2,8 Prozent betragen, stellen Nord/LB und Bremer Landesbank fest.

Den Engpass erlebt JLL-Investmentberater Schuijlenburg tagtäglich: „Wir könnten locker das Doppelte verkaufen, aber es gibt nicht genügend interessante Objekte.“ Die Investoren, neben den seit längerem aktiven Angelsachsen zunehmend irische, französische und australische Adressen, konzentrieren sich Schuijlenburg zufolge auf das Prime-Segment und gute B-Standorte. Dass es an Kaufobjekten fehlt, liegt auch daran, dass das Sale-and-Lease-back-Geschäft auf dem Logistiksektor nicht richtig in Gang kommt. „Darüber wird mehr gesprochen, als dass es praktiziert wird“, sagt Schuijlenburg. Jetzt sei der ideale Verkaufszeitpunkt. Bei diesen Transaktionen entlasten Unternehmen ihre Bilanz durch den Verkauf von Immobilien, die sie dann jedoch wieder zurückmieten.

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