London
Bauboom für Luxusimmobilien

In der britischen Hauptstadt entstehen in den nächsten zehn Jahren 20.000 Luxuseigenheime. Die britische Metropole lockt die Reichen und Schönen aus der ganzen Welt. Wenn nur nicht die Steuern wären.
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LondonDie steigenden Immobilienpreise in London ziehen Investoren aus der ganzen Welt an. Auf Luxus-Eigenheime spezialisierte Immobilienentwickler wollen über die nächsten zehn Jahre mehr als 20.000 Wohnungen und Häuser in London errichten, wie die Beratungsgesellschaft EC Harris berichtet. Damit nimmt der Bau von Luxus-Domizilen zu, obwohl der Preisanstieg in dem Segment an Fahrt verliert.

Vor einem Jahr waren für die nächsten zehn Jahre nur 15.000 Eigenheime geplant, wie EC Harris am Sonntag mitteilte. Vor allem der untere Bereich des Luxus-Segmentes expandiert: hier werden 55 Prozent mehr Eigenheime geplant, vor allem am Rand von noblen Stadtvierteln wie Mayfair und Knightsbridge.

Zwei Drittel der bereits vor ihrer Fertigstellung verkauften Eigenheime wurden von Käufern aus Südasien erworben, berichtet der Immobilien-Investmenttrust Land Securities Group. Allerdings werden die Käufer immer kritischer: „Wir sehen einen kritischen Augenblick am Markt, insbesondere am unteren Ende des Luxussektors”, erklärte Mark Farmer, Leiter Wohnimmobilien bei EC Harris.

Im Oktober war der Preis für Luxushäuser in der Londoner Stadtmitte 6,8 Prozent höher als ein Jahr zuvor, berichtet der Makler Knight Frank. Damit ist der Preisanstieg so gering wie seit rund vier Jahren nicht mehr.

Die Immobiliengesellschaften planen für die kommenden zehn Jahre den Bau von Eigenheimen im Wert von über 50 Milliarden Pfund. Ein Überangebot sei im Luxussegment allerdings unwahrscheinlich, weil mit dem Bau erst begonnen werde, wenn die Vorverkaufsziele erreicht würden.

Jedoch dürften die Gewinnmargen durch steigende Baukosten geschmälert werden, heißt es weiter. Immobilienentwickler müssen laut Farmer bei größeren Wohnprojekten meist 30 bis 40 Prozent vorab verkaufen, bevor die Banken Kredite für den Bau gewähren.

Vermögende Kaufinteressenten könnten durch Spekulationen um höhere Steuern abgeschreckt werden. Der britische Schatzkanzler George Osborne erwägt laut einem Bericht von Sky News vom 31. Oktober eine Kapitalertragssteuer auf Zweitwohnsitze ausländischer Eigentümer von  britischen Immobilien. „Dieses Problem wird rasch zur größten Wolke am Horizont des Marktes für hochwertige Immobilien in London”, konstatiert Farmer.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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