Londoner Bürotürme
Spektakuläre Hochhäuser mit skurrilen Namen

Die lange geplanten Bürotürme "Käsereibe" und "Walkie-Talkie" werden nun doch gebaut. Das zeigt: Die Krise an der Themse ist vorbei; der Londoner Büroimmobilienmarkt ist als einer der ersten wieder im Aufwind. Noch ist unklar, wer in die Wolkenkratzer ziehen wird.
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LONDON. Seine Königliche Hoheit, Prinz Charles, wird "not amused" sein, ganz und gar nicht. Denn seine Heimatstadt London bekommt zwei neue Bürotürme - gläserne, extravagante Wolkenkratzer, die der britische Thronfolger gern als "Eiterbeulen" und "aufgeblasene Phallussymbole" beschimpft, die mehr über das Ego der Architekten als ihre Kunstfertigkeit aussagten.

Die beiden größten britischen Immobilienentwickler British Land und Land Securities haben in den vergangenen Tagen angekündigt, zwei Hochhäuser im Londoner Finanzzentrum zu bauen. Zwei Jahre lang lagen die Projekte auf Eis. Die Finanzkrise hatte den Unternehmen eine Zwangspause verordnet.

Investoren aus China, Katar und Kanada geben das Geld

Jetzt ist der Londoner Büroimmobilienmarkt wieder im Aufwind, die Mieten steigen, die Projektentwickler haben für ihre architektonischen Höhenflüge neue Geldquellen aufgetan. Und die Skyline bekommt eine andere Form: Zu der "erotischen Gurke", die Star-Architekt Norman Foster vor gut sechs Jahren baute, kommen jetzt die "Käsereibe" ("Cheesegrater") und das "Walkie-Talkie" hinzu. Ab 2014 sollen die Türme zu den Wahrzeichen der Stadt gehören wie Big Ben und die Kathedrale St. Pauls.

British Land, Nummer zwei der britischen Immobilienentwickler, hat sich für den Bau der 225 Meter hohen "Käsereibe" - den Spitznamen verdankt das Gebäude seiner langen Schräge - mit der Tochter eines kanadischen Pensionsfonds zusammengetan. 340 Mio. Pfund soll der 48-stöckige Wolkenkratzer kosten und Büros auf 56 000 Quadratmetern (qm) Fläche bieten.

Nur wenige Straßenzüge weiter nördlich plant Land Securities, der größte britische Immobilienentwickler, das "Walkie-Talkie". Seine Form erinnert an ein Mobiltelefon der ersten Generation. 37 Stockwerke mit einer Fläche von insgesamt 64 000 qm soll der Büroturm haben und 500 Mio. Pfund kosten. Land Securities entwickelt das Gebäude gemeinsam mit der Canary Wharf Group. Dahinter stehen die Staatsfonds Qatar Holding und China Investment Corp.

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  • Hier zeigt sich die hohe Kunst des commercial property developing: "spekulative" investments erfordern nicht nur Mut und guten Finanzierungsgeleitschutz, sondern Sachkenntnis, branchenwissen und vor allem das unerschütterliche Sentiment für lokale besonderheiten. belohnt wird dann mit günstigem Einkauf, billigen baupreisen und ordentlich Tempo bei der bauzeit. Statt Vorvermietung gibt`s belastung der eigenen Nerven - und der aller anderen beteiligten, vornehmlich der Finanzierer. ist am Ende dennoch alles gut - sprich vermietet zu auskömmlichen Preisen - , winkt Ruhm, Anerkennung und nicht ganz zuletzt ordentlich Kohle. in der Tat ein schönes business.

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