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28.04.2008 

Die jüngsten Statistiken des Hypothekenfinanzierers Halifax treiben nicht nur Millionen hochverschuldeter Grundeigentümer im Vereinigten Königreich den Angstschweiß auf die Stirn. Selbst Premierminister Gordon Brown zeigte sich jüngst tief beunruhigt: „Wir müssen sicherstellen, dass die Menschen das Vertrauen in ihre Hypotheken zurückgewinnen und wir die Wirtschaft durch schwierige Gewässer lotsen.“

Das ist gar nicht so leicht, denn die Zinssenkungen der Bank of England sind bislang fast wirkungslos verpufft, weil die Geschäftsbanken die Verbilligung der Kredite nicht an ihre Kunden weiterreichen. Die Subprime-Krise hat die Banken so misstrauisch gemacht, dass sie sich gegenseitig kaum noch Geld leihen wollen. Und weil die Banken am Geldmarkt keinen Kredit mehr bekommen, können sie auch selbst weniger Kredite vergeben. First Direct, eine Tochter von Europas größtem Geldhaus HSBC, will neuen Kunden sogar gar keine Hypothekendarlehen mehr gewähren. Grund für den ungewöhnlichen Schritt war der Ansturm der Klienten auf einige im aktuellen Marktumfeld günstige Angebote von First Direct. Nachdem zahlreiche Konkurrenten ihre Kreditprodukte ganz gestrichen oder deutlich teurer gemacht hatten, erhielt First Direct fünfmal mehr Anfragen als sonst üblich.

Es sind solche Hiobsbotschaften, die Brown fürchtet. Viele Briten kreiden dem langjährigen Finanzminister eine Mitschuld an den Verwerfungen an – seine Umfragewerte sacken auf bedrohliche Tiefstände. Immer aggressiver forderten die britischen Banken staatliche Hilfen zur Bewältigung der Krise, und sie drohten unverhohlen damit, dass sie ansonsten die Vergabe von Hypothekenkrediten im Vergleich zum Vorjahr um die Hälfte zurückfahren müssten.

Kein Wunder, dass die Labour-Regierung alles tut, um das Patt am Hypothekenmarkt aufzulösen. Auf Druck von Brown schnürte die bis vor kurzem noch erzkonservative Bank of England ein 50 Mrd. Pfund schweres Hilfspaket für die Banken. Sie haben jetzt die Möglichkeit, illiquide Hypothekenpapiere gegen Staatsanleihen zu tauschen, die sie dann wiederum als Sicherheit für ihre Refinanzierung einsetzen können. Das soll die Geldhäuser motivieren, wieder mehr Kredite zu vergeben. Doch kaum hatte Finanzminister Alistair Darling die Details der Aktion verkündet, da zweifelten auch schon die ersten Experten die Durchschlagskraft des Rettungsprogramms an. Der ehemalige Zentralbanker Charles Goodhar warnte, dass die Regierung nur eine „kleine Chance“ habe, den Hypothekenmarkt wieder in Gang zu bringen. Die 50 Mrd. Pfund könnten lediglich verhindern, dass sich die Lage noch weiter verschlechtere.

Am Dienstag traf sich Finanzminister Darling mit Vertretern der wichtigsten Hypothekenbanken, um Wege aus der Krise zu suchen. „Die Regierung ist entschlossen, alles zu tun, um den Hausbesitzern zu helfen“, sprach der Politiker in die Mikrofone der Reporter.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Die Preisspirale ist unterbrochen

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