Luxus-Immobilie
Das Überwasser

Teure Immobilienprojekte bringen sich gerne mit spektakulären Features ins Gespräch. In London setzt ein Entwickler auf ein Super-Schwimmbad mit Glasboden über einer Straße. Es gibt auch andere Wasserspiele.
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LondonEs ist ein Badevergnügen der besonderen Art. Ganz aus Glas soll der Pool sein, der künftig im Südwesten der Londoner Innenstadt in luftiger Höhe von 35 Metern zwei Hochhäuser mit Luxusapartments verbinden soll. Die Schwimmer können von dort nicht nur Londoner Wahrzeichen wie das Parlamentsgebäude oder das Riesenrad London Eye genießen, sondern auch die Fußgänger unter sich sehen, wie die Bauträgerfirma Ballymore verspricht.

Das werden sich nicht viele Menschen leisten können. Wer Einlass in das exklusive Refugium erhalten möchte, muss eine Wohnung im gerade entstehenden Quartier Embassy Gardens kaufen – zu Preisen ab 842 000 Euro aufwärts. Wenn das Bauwerk, das seine Baugenehmigung erhalten hat, 2019 fertig ist, werde der Pool nur für Privatpersonen, die in den beiden Hochhäusern wohnen, zur Verfügung stehen, betont Ballymore.

Projetentwickler und Käufer von Luxuswohnungen suchen nach dem nächsten Kick. Eine große Villa mit Meeresblick, Innensauna und großem Außenpool reicht da nicht. Um Superreiche für neue Immobilien zu interessieren, müssen Baufirmen längst mehr bieten als nur Luxus und gute Lage. Die Architektin Nadia Kayat, die in Berlin das exklusive Penthouse „Yoo Berlin“ gebaut hat, bestätigt das: „Die Eigentümer erwarten ein einzigartiges Objekt, das eine Investition für sie darstellt, wie sie einem Kunstobjekt zukommt.“ Leute, die alles haben könnten, „wollen eine Wohnskulptur mit Charakter und gut funktionierendem Innenleben“, pflichtet auch Hans-Peter Koopmann bei, der seit 20 Jahren sein Geld mit Luxusimmobilien verdient. Wenn sich dann noch mit der Immobilie angeben lässt – umso besser.

Wohnst du noch oder badest du schon? „Wir wollen Plätze und Räume schaffen, die mehr sind als lediglich Mörtel und Ziegelsteine. Der Pool ist der Beweis dieser Philosophie und wird dieser Entwicklung einen einzigartigen Charakter verleihen“, erklärte Sean Mulryan, der Gründer von Ballymore. Das durchsichtige Schwimmbecken soll 25 Meter lang sein, fünf Meter breit und drei Meter tief. Das Wasser würde dann fast 400 Tonnen wiegen. Getauft hat der Bauträger das Projekt auf den lyrischen Namen „Sky Pool“. Um das Wasser sicher tragen zu können, wird das Becken den Plänen zufolge von 20 Zentimeter dickem Glas gehalten. Zum Vergleich: Schusssicheres Panzerglas ist in den meisten Fällen nur sechs bis sieben Zentimeter dick.

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