Luxuswohnungen
Was teuer ist, verkauft sich gut

Das Geschäft mit Luxuswohnungen boomt. Vor allem in München, Hamburg und Berlin sind Top-Wohnadressen gefragt. Doch die Branche beobachtet mit Sorge die wirtschaftliche Entwicklung. Niemand weiß, wie der Markt auf eine Rezession reagiert.

BERLIN. Wer diese Wohnung kaufen will, darf nicht knapp bei Kasse sei. Die Kleinigkeit von 7,8 Mio. Euro verlangt der Münchner Projektentwickler Wöhr und Bauer für die Penthouse-Wohnung im Angerhof, mitten in der Münchner Innenstadt. Dafür erhält der künftige Eigentümer eine 400 Quadratmeter (qm) große Wohnung plus 100 qm Balkone und Loggien, 200 qm Dachterrasse sowie fünf Parkplätze - den Blick auf Frauenkirche und Alpen nicht zu vergessen.

Nicht nur in München wird fündig, wer teuer und exklusiv wohnen möchte. In Köln vermarktet die Pandion 133 luxuriöse Eigentumswohnungen in dem vom renommierten Architekturbüro Bothe Richter Teherani entworfenen Wohnkranhaus im neuen In-Viertel Rheinauhafen und verlangt dafür Preise, die man in der Domstadt bislang nicht kannte: bis zu 8 000 Euro pro qm. In Hamburg hat Immobilienentwickler Vivacon soeben sein Projekt Harvestehuder Weg 36 vorgestellt: 60 vom Designer Philippe Starck entworfene Wohnungen mit einem Investitionsvolumen von 70 Mio. Euro.

"Wir beobachten eine steigende Nachfrage nach Premiumobjekten in Innenstadtlagen", sagt Anja Sturme von der Frankonia Eurobau. Der Projektentwickler mit Sitz in Nettetal gilt als einer der Protagonisten des luxuriösen Geschosswohnungsbaus in Deutschland. Er realisierte unter anderem die Lenbach-Gärten in München, für deren rund hundert Wohnungen dem Vernehmen nach in der Spitze um die 14 000 Euro pro qm bezahlt wurden. Dass sich edle Bleiben gut verkaufen, bestätigt Vivacon: Die Kölner Aktiengesellschaft registrierte nach eigenen Angaben bei der Vermarktung ihrer beiden bisherigen Projekte der Designlinie Yoo in München und Hamburg im Verlauf der Bauarbeiten eine Preissteigerung um bis zu 25 Prozent.

"Unglaublich schnell", berichtet Klaus Kirchberger, Vorsitzender der Geschäftsführung der Bayerische Bau und Immobilien Gruppe (BBIG), hätten sich auch die Luxuswohnungen im Alten Hof in München verkauft. Die Nachfrage komme aus zwei Richtungen: Zum einen kaufen jene, die schon mehrere über die ganze Welt verstreute Wohnungen besitzen und "aufgrund ihrer Vermögensverhältnisse von der wirtschaftlichen Entwicklung unabhängig sind". Zum andern entscheiden sich gut situierte Paare aus dem Umland für die teuren Apartments in der Innenstadt.

Mit Blick auf die Käufer aus dem "globalen Dorf" kommen für Projekte im High-End-Bereich "in erster Linie Großstädte in Betracht, die auch international bekannt sind", sagt Vivacon-Vorstand Michael Ries. Er nennt München, Hamburg und Berlin sowie Düsseldorf, Köln und Frankfurt. Dennoch wagen sich manche Unternehmen auch in kleinere Städte. So errichtet Frankonia Eurobau in Münster nicht weniger als 92 Wohnungen in den Klostergärten, Doorman, Saunalandschaft sowie Havanna Lounge inbegriffen. Auch "attraktive Mittelzentren" kämen für solche Vorhaben in Frage, begründet dies Anja Sturme - eben "alle Standorte, an denen die Wirtschaftsaussichten gut sind und internationale Geschäfte abgewickelt werden".

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