Makler spüren den Einbruch
Die goldenen Zeiten sind vorbei

In den letzten Jahren muss es Spaß gemacht haben, als Immobilienberater zu arbeiten. Doch die Zeit der sprudelnden Honorare und Provisionen ist vorbei. In diesem Jahr werden die Geschenkpakete unter dem Weihnachtsbaum kleiner ausfallen.

MÜNCHEN. Es waren goldene Zeiten für Immobilienberater: Weil Investoren in den vergangenen Jahren Megasummen in deutsche Wohn- und Gewerbeimmobilien steckten, sprudelten in der Branche die Honorare und Provisionen für die Vermittlung von Investmentgelegenheiten, die Begleitung des An- und Verkaufsprozesses und die umfassende Bewertung ganzer Immobilienpakete. Mit den höheren Unternehmenserträgen stiegen am Jahresende auch die Erfolgsprämien, die insbesondere den Mitarbeitern der Investmentabteilungen den Berufsalltag versüßten.

In diesem Jahr allerdings werden die Geschenkpakete unterm Weihnachtsbaum kleiner ausfallen. Zwischen Januar und September 2008 wurden bundesweit noch 17,5 Mrd. Euro in Gewerbeimmobilien investiert, rechnet das internationale Maklerunternehmen Atisreal vor - ein Rückgang von 61 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Auch die Hoffnung auf ein traditionell starkes Jahresendgeschäft hat die Branche mittlerweile aufgegeben. Immobilienberater Jones Lang Lasalle (JLL) korrigierte seine Prognose jüngst von 30 Mrd. Euro auf 20 Mrd. Euro Transaktionsvolumen im Gesamtjahr.

Die Zeiten des Umsatzwachstums, sind vorerst vorbei - mit unterschiedlichen Folgen für Unternehmen und Mitarbeiter. "Wir werden frei werdende Stellen nicht mehr besetzen", sagt der JLL-Deutschland- und designierte Europachef Christian Ulbrich. Auch Christian Leska, zuständig für den Bürovermietungsbereich beim Beratungsunternehmen Savills, erwartet, dass es im Unterschied zum stabilen Bürovermietungsgeschäft "im Investmentbereich mit den Arbeitsplätzen enger wird". An seinen Expansionsplänen in Deutschland hält das britische Unternehmen vorerst fest. "Wir werden den Bereich Property Management ausbauen und prüfen die Eröffnung weiterer Niederlassungen", sagt Deutschland-Chef Roy Frydling.

Gut gerüstet für schwerer werdende Zeiten fühlt sich auch Atisreal, Immobilienberater und Tochter der französischen Bank Paribas. "Wir sind in den vergangenen Jahren sehr kontrolliert gewachsen", sagt Deutschland-Geschäftsführer Piotr Bienkowski und bekräftigt, dass eine Verringerung des Mitarbeiterstamms weder geplant noch erforderlich sei. Das sieht Morten Hahn, geschäftsführender Gesellschafter des Maklerhauses Dr. Lübke genau so. "Im Gegenteil: Wir suchen Leute", versichert Hahn und sieht es als Vorteil, dass man in der Vergangenheit weniger stark expandiert sei als andere, "die sich Leute für teures Geld eingekauft haben". Zudem stehe Dr. Lübke als inhabergeführte Gesellschaft nicht unter dem Druck der Aktionäre. Selbst im Investmentbereich sieht Hahn keinen Einbruch der Beschäftigung: "Im bodenständigen Sektor", also bei kleineren, lokal verankerten Deals, gingen die Geschäfte weiter.

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