Maritime Wirtschaft
Häfen sind Gewinner der Globalisierung

Deutschlands Häfen spielen eine entscheidende Rolle für den Import von Gütern aus aller Welt. Die Küstenstädte fordern daher den Ausbau von Seewegen und Hafenanlagen.

HB HAMBURG. Deutschlands Häfen spielen eine entscheidende Rolle für den Import von Gütern aus aller Welt. Und sie sind gleichzeitig bedeutende Job- und Investitionsmaschinen. Allein in den 84 deutschen Seehäfen sind mehr als 300 000 Menschen beschäftigt, in den 213 Binnenhäfen weitere 400 000.

Zudem investieren die deutschen Häfen pro Jahr einen zweistelligen Milliardenbetrag in den Ausbau ihrer Infrastruktur. Denn Wachstumsschwäche in Deutschland hin oder her, die Häfen boomen – ebenso wie in den Nachbarländern. „Die europäischen Seehäfen befinden sich derzeit in einer historisch einmaligen Aufschwungphase“, so Jürgen Holtermann, Geschäftsführer der Bremenports GmbH auf einer Tagung zu Häfen und Hafenanlagen in Hamburg. „Die Umschlagszahlen fallen Jahr für Jahr so positiv aus, dass sie die ohnehin schon hohen Erwartungen oftmals noch schlagen können.“ Mit seiner Meinung steht Holtermann nicht allein: „Die Seehäfen sind die Gewinner der Globalisierung“, sagt Hartmut Tworuschka, Leiter Technisches Büro bei Hochtief Construction.

Im vergangenen Jahr wurden in den deutschen Seehäfen mehr als 300 Millionen (Mill.) Tonnen Güter umgeschlagen (2002: 246 Mill.), in der gesamten Europäischen Union waren es mehr als 3,5 Milliarden (Mrd.). Deutschland liegt damit im europäischen Vergleich auf Platz sechs. Hamburg nimmt im europäischen Vergleich den dritten Platz hinter Rotterdam und Antwerpen ein, mit dem Verbund Bremerhaven und Bremen findet sich darüber hinaus noch ein weiterer deutscher Hafen unter den europäischen Top Twenty.

Triebfeder der positiven Entwicklung ist die Globalisierung der Weltwirtschaft und deren rasantes Wachstum. Schließlich fungieren die Häfen als Drehscheibe für Güter aus und in alle Welt. Der Seeweg ist dabei noch immer konkurrenzlos günstig. „So kostet etwa der Transport einer Flasche Wein von Australien nach Hamburg sieben Cent, aus der Moselregion nach Hamburg jedoch 28 Cent“, sagt Tworuschka. Doch die Globalisierung hat auch ihre Schattenseiten, denn sie erhöht den Konkurrenzdruck. Die deutschen Häfen arbeiten wie ihre europäischen Mitbewerber deshalb an einer massiven Erweiterung und Umgestaltung ihrer Hafenanlagen. Im Wettbewerb miteinander nimmt vor allem der Faktor Zeit eine zentrale Rolle ein. „Standorte, die in der Lage sind, schnell auf den durch die stetig ansteigenden Ladungsmengen ausgelösten Bedarf nach mehr Kapazitäten und Flächen zu reagieren, können einen größeren Anteil der Ladung für sich gewinnen und so ihre Wettbewerbsposition verbessern“, so Holtermann.

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