Massive Kapitalzuflüsse setzen Manager von Immobilienfonds unter Druck
Commerz Grundbesitz sucht ihre Chance bei US-Immobilien

Die Commerz Grundbesitz plant die Auflage eines weiteren offenen Immobilienfonds. Mit dem Vertrieb will die Commerzbank-Tochter, die am Mittwoch ihre Geschäftszahlen für 2002 vorlegte, frühestens Anfang nächsten Jahres beginnen. Ein Investitionsschwerpunkt wird voraussichtlich in den USA liegen.

HB FRANKFURT/M. "Der US-Markt bietet uns die Möglichkeit zu einer weiteren Diversifizierung unserer Produkte", sagt Commerz-Grundbesitz-Chefin Bärbel Schomberg gegenüber dem Handelsblatt. Grund zur Eile sieht Schomberg aber nicht. Bisher konzentrierte sich die Gesellschaft in ihrer Anlagepolitik auf qualitativ hochwertige Immobilien und auf eine breite Streuung von Liegenschaften über verschiedene Länder.

Mit dem neuen Fonds reagiert das Unternehmen auf massive Zuflüsse, die die Immobilienfonds seit längerem verzeichnen. Nach Informationen des BVI Bundesverband Asset Management führten diese Fonds mit Netto-Mittelzuflüssen von 1,3 Mrd. Euro im Mai erneut die Absatzliste der Publikumsfonds an. Der Haus-Invest der Commerz Grundbesitz, Deutschlands größter offener Immobilienfonds, hatte zum 31. März ein Volumen von 11,1 Mrd. Euro. Im abgelaufenen Geschäftsjahr verzeichnete er Mittelzuflüsse von 2,66 Mrd. Euro.

Angesichts des aktuellen Überangebots im Immobilienbereich - allein in Frankfurt stehen eine Million Quadratmeter Immobilienflächen leer - ist für die Fondsmanager das Aushandeln guter Konditionen bei der Immobilienvermietung zunehmend schwieriger geworden. "Wir haben keine heile Welt. Die Krise in Frankfurt wird noch mindestens zwei Jahre dauern. Anleger können für dieses Geschäftsjahr nur mit Renditen um vier Prozent rechnen", sagt Commerzbank-Manager Arnold de Haan. Bisher hat sich die Commerzbank auf westeuropäische Länder, vor allem auf Frankreich, Großbritannien und Deutschland konzentriert.

Die massiven Zuflüsse sind angesichts des Überangebots nur schwer erfolgversprechend zu investieren. "Wenn die Mittelzuflüsse erfolgreich gesteuert werden sollen, müssen wir neue Fonds auflegen", sagte Geschäftsführerin Schomberg bei der Vorlage der Geschäftszahlen. Zudem sei das Unternehmen an Immobilien in Polen, Tschechien und Rumänien interessiert. Dort soll in den Bau von Einkaufszentren, aber auch in Büroimmobilien investiert werden. Im abgelaufenen Geschäftsjahr schloss die Wiesbadener Com- merzbank-Tochter Kauf- und Bauverträge mit einem Volumen von 3,1 Mrd. Euro ab.

Mit der neuen Strategie der Commerz Grundbesitz bekommt vor allem KanAm Grundbesitz einen investitionsstarken Konkurrenten. Das Münchener Emissionshaus für Immobilienfonds hat im Mai den KanAm US-Grundinvest auf den Markt gebracht. Dieser Fonds ist zu einem Großteil in den USA investiert, zu Beginn wurden zwei Immobilien in Washington D.C. für 150 Mill. Euro gekauft. "Im amerikanischen Markt können höhere Renditen nahezu steuerfrei erzielt werden", sagt eine Unternehmenssprecherin. Im November 2001 wurde der KanAm Grundinvestfonds aufgelegt, der ebenfalls in den USA investiert.

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