Massiver Mittelabzug
Kapital flieht aus Immobilienfonds

Nach der Wiedereröffnung des offenen Immobilienfonds der Deutschen Bank im März haben die Investoren massiv Gelder aus dem in die Schlagzeilen geratenen Fonds abgezogen. Doch auch der Konkurrenz ergeht es nicht viel besser.

FRANKFURT/BERLIN. Die gestern veröffentlichten Zahlen des Fondsverbandes BVI machen deutlich, dass sich die Branche in einer „Vertrauenskrise“ befindet. Doch Spitzenmanager erwarten zunächst keine Entspannung der Lage. „Die Branche steckt mitten in einem Bereinigungsprozess, der noch rund sechs Monate anhalten dürfte“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende der Deka Immobilien Investment, Fritz Oelrich, dem Handelsblatt.

Offene Immobilienfonds waren im Dezember in die Krise geraten, nachdem die Deutsche-Bank-Tochter DB Real Estate ihren Fonds „Grundbesitz-Invest“ für drei Monate geschlossen hatte. Erstmals konnten Anleger in dieser Zeit ihre Anteile nicht verkaufen – obwohl die Zusage täglicher Verfügbarkeit ein zentrales Argument der Branche ist.

Ausgelöst hatten die Schließung des „Grundbesitz-Invest“ und zweier weiterer Fonds vor allem Großanleger: Wegen drohender Wertberichtigungen zogen sie große Geldsummen ab und brachten die Fonds damit in Liquiditätsnot. Die Tendenz ist ungebrochen: Im März zogen Anleger 2,1 Mrd. Euro aus offenen Immobilienfonds ab, im Februar waren es 1,2 Mrd Euro, im Januar 4,2 Mrd. Euro. Allein der Fonds der Deutschen Bank verlor seit seiner erneuten Öffnung im März gut 1,3 Mrd. Euro. Ein Sprecher der Deutschen Bank betonte gestern: „Wir werden alles tun, damit der Fonds offen bleibt.“

Trotz der massiven Abflüsse erklärte der Fondsverband BVI, das Vertrauen der Anleger sei „partiell zurückgekehrt“. Rechne man den „Grundbesitz-Invest“ heraus, zeige sich, dass die Rückflüsse im März gegenüber Februar und Januar abgenommen hätten. Während der Fondsverband hofft, in den kommenden drei Monaten wieder Mittelzuflüsse zu verzeichnen, bewerten Immobilienfondsexperten wie der Fachjournalist Stefan Loipfinger die Zahlen ganz anders. Sie zeigten, „dass das Vertrauen in die gesamte Branche erschüttert ist“, sagte Loipfinger.

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