Mezzanine-Kapital
Es muss nicht immer ein Darlehen sein

Als Finanzierungsalternative bei Projektentwicklern wird heute unter anderem häufig so genanntes Mezzanine-Kapital eingesetzt. Grundsätzlich gibt es verschiedene Formen, vier indes haben sich als die am häufigsten verwendeten eingebürgert.

HB DÜSSELDORF. Das Genussschein Kapital ist eine Anlageform zwischen Aktie und Anleihe. Das gesetzlich nicht geregelte Wertpapier verbrieft verschiedene Genussrechte. Wie eine Anleihe gewähren die "Genüsse" regelmäßig die Rückzahlung des Anlagebetrages zum Nominalwert am Ende der Laufzeit. Dazu besteht grundsätzlich der Anspruch auf eine jährliche Verzinsung. Die Höhe dieser Verzinsung hängt aber - wie die Dividende bei der Aktie - ganz von der Entwicklung des Gewinns beim jeweiligen Unternehmen ab.

Das Nachrangdarlehen, zweite Form des Mezzanine-Kapitals, zeichnet sich dadurch aus, dass es nachrangig gegenüber anderen Verbindlichkeiten im Zielunternehmen verbleibt. Im Falle einer Insolvenz oder Liquidation wird das Darlehen Gläubigern mit nachrangigem Titel zurückgezahlt, besitzt jedoch Vorrang gegenüber dem Eigenkapital. Die Verzinsung liegt höher als bei Bankkrediten, zusätzlich kann eine variable Gewinnkomponente vereinbart werden.

Das patriarische Darlehen ist ähnlich dem Nachrangdarlehen. Es besitzt eine niedrigere Verzinsung und höhere variable Gewinnbeteiligung. In diesem Fall werden ausschließlich erfolgsabhängige Zinszahlungen geleistet. Auf Grund der reinen Gewinnabhängigkeit besteht für den Darlehensgeber allerings ein höheres Zins-Ausfallrisiko.

Die besondere Bedeutung der stillen Gesellschaft, der vierten Variante des Mezzanine-Kapitals, besteht in der Möglichkeit, sie nicht öffentlich bekannt machen zu müssen. Der Inhaber eines Handelsgewerbes, der einen stillen Gesellschafter an seinem Unternehmen beteiligt, braucht dieses Gesellschaftsverhältnis nicht näher offen zu legen. Durch eine stille Beteiligung wird überdies die Eigenkapitalbasis des Unternehmens gestärkt, ohne dass sich die Quote der Gesellschafter am Kapital verändert. Geregelt ist sie in den Paragrafen 230 ff. HGB und stellt eine Unterform der BGB-Innengesellschaft dar.

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