Mieten und Leerstände
Einzig der Büromarkt Stockholm schwächelt

Mieten und Leerstände auf den Büromärkten Stockholm und Frankfurt schwanken besonders stark, weil sie von wenigen Branchen abhängen.

HB STOCKHOLM. "Auf dem Stockholmer Büromarkt stehen alle Zeichen auf Erholung", sagt Jan Rosengren, Leiter der Investmentberatung beim internationalen Immobilienberater DTZ. In Bezug auf Mieten und Leerstände habe die schwedische Hauptstadt ihr Tief durchschritten. Der Genesungsprozess dauere länger, als man noch vor sechs Monaten angenommen habe. Wer sich erholen muss, war krank. Das gilt für Menschen wie Märkte gleichermaßen. Die große finanzielle Zuneigung, die vor allem internationale Investoren schwedischen Supermarktketten, Fachmarkt- und Einkaufszentren entgegenbringen, hat also auch mit der Schwäche des Büromarktes vor Ort zu tun. In Stockholm zum Beispiel stehen nach Informationen von Jones Lang Lasalle (JLL) derzeit immer noch 15,4 Prozent aller Büros leer. Damit liegt Stockholm im europäischen Leerstands-Vergleich direkt hinter Spitzenreiter Frankfurt mit einem Überhang von mehr als 18 Prozent.

Nach Flächenbestand rangiert Stockholm mit seinen etwa elf Mill. Büroquadratmetern europaweit auf Platz zehn, Frankfurt am Main auf Platz acht. Beide Metropolen kranken am gleichen Problem: ihrer großen und einseitigen Abhängigkeit von wenigen Wirtschaftszweigen. Frankfurt hängt am Tropf der Finanzbranche, der Stockholmer Markt an dem der Informations- und Telekommunikationsbranche.

"Entlassungswellen wie vor einigen Jahren bei Ericsson erschüttern den Büromarkt der Hauptstadt direkt", sagt JLL-Berater Paul Kivimets. Momentan sorgt der gestiegene Flächenappetit gerade der IT- und Telekommunikationsfirmen jedoch für eine erfreuliche Entwicklung: Der Leerstand wird abgebaut. 130 000 Quadratmeter (qm) Bürofläche wurden in Stockholm im ersten Halbjahr 2006 neu angemietet. "Vor allem moderne und effiziente Flächen sind gefragt", sagt Agneta Jacobsson, Managing Director bei DTZ in Schweden. Die Mehrheit der Unternehmen benötige mehr Platz als früher. Wer nicht am gewohnten Standort expandieren könne, suche innerhalb der Stadt ein neues Plätzchen. Besonders beliebt sind natürlich die Citylagen der Stadt. Im Hauptgeschäftsbezirk findet sich daher auch der geringste Leerstand. Hier sind nach Angaben von JLL von 1,6 Mill. qm Bürofläche nur 11,1 Prozent ohne Mieter. Die Spitzenmieten liegen hier bei umgerechnet 33 Euro pro Monat und Quadratmeter. Im Umland sowie am IT-Standort Kista an der nördlichen Peripherie belaufen sich die Überhänge immer noch auf bis zu 18 Prozent. Hier zahlen die Unternehmen im Monat weniger als 16 Euro/qm.

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