Mieten
Ungebremster Mietpreisanstieg war gestern

Droht in Deutschland eine Immobilienblase? Sind Mieten in Innenstädten bald unbezahlbar? In seinem Frühjahrsgutachten gibt der Zentrale Immobilien Ausschuss Entwarnung. Doch politische Vorgaben könnten stören.
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DüsseldorfGute Nachrichten für Mieter: Der Mietpreisanstieg geht zu Ende. Zu diesem Ergebnis kommt das Frühjahrsgutachten des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA). Zwar sind die Mietpreise auch 2014 gestiegen, aber nicht mehr so stark wie im Vorjahr – in Westdeutschland kletterten sie um 2,7 statt zuvor noch 3,3 Prozent, in Ostdeutschland um 1,9 statt 2,5 Prozent. Ein Grund zur Freude ist das aber längst nicht in allen Regionen. Vor allem in sogenannten Schwarmstädten treibt die erhöhte Nachfrage die Preise.

In einigen deutschen Städten und Metropolen wird es eng, so das Gutachten. Am stärksten stieg die Angebotsmiete im Gesamtjahr 2014 in München (3,3 Prozent), gefolgt von Stuttgart (2,4 Prozent), Berlin (2,0 Prozent) und Köln 1,7 Prozent. Die Top-7-Städte (siehe Kasten) ziehen insbesondere junge Menschen an. Die Nachfrage nach Mietwohnungen in attraktiven Städten steigt, während sie in ländlichen Regionen zurückgeht.

Die Sorge vor unbegrenzt steigenden Mieten hält ZIA-Präsident Andreas Mattner allerdings für unbegründet, denn die Immobilienwirtschaft habe auf den nachfragestarken Märkten mit vermehrtem Wohnungsneubau reagiert. „Der Marktmechanismus funktioniert auch ohne staatliche Eingriffe“, so Mattner. Preistreiber seien aber nicht nur die hohe Nachfrage, sondern auch höhere Preise für Bauland, strengere Regulierung und schärfere Vorgaben bei der Energieeffizienz.

Die Nachfrage nach zentralen Lagen sei ungebrochen hoch, sagt Michael Kiefer, Chefanalyst und Leiter Immobilienbewertung bei ImmobilienScout24. Um weiteren Preissteigerungen entgegenzuwirken, sei die Politik auf regionaler Ebene gefragt: „Es müssen attraktive Rahmenbedingungen für mehr Neubau in den Städten geschaffen werden“, sagt Kiefer. „Nur so können Verhältnisse wie in Paris oder London vermieden werden, wo sich inzwischen auch die gut verdienende Mittelschicht das Wohnen in der Innenstadt kaum noch leisten kann.“


Dennoch fällt der Ausblick für 2015 insgesamt positiv für Mieter aus: „Das Jahr 2014 dürfte das Ende des nominalen Mietpreisanstiegs in Deutschland markiert haben.“ Dafür spreche, dass sich der Anstieg der Wohnungsmieten bereits deutlich verlangsamt habe, sich die regionale Breite des Mietpreisaufschwungs verkleinere und die Baufertigstellungen weiter gestiegen seien. Dagegen spreche zwar der weiter gesunkene Leerstand, doch dieser sei in den Regionen mit steigenden Mieten auch bislang schon gering gewesen.

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Kaufpreise steigen noch stärker

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  • "Betongold"= vorbereitete Subprimecrisis.

    Leute, macht doch was ihr wollt: as u ve liked it.

  • Sie reklamieren einen Markt, den es doch de facto schon lange nicht mehr gibt: als könne man sich über den Staat über seine Mitverantwortung für den Markt entschuldigen.
    Das klingt nicht nur billig sondern erlaubt Zweifel an Ihrem Verstand als Vermieter - sollte zutreffen, dass Sie als Vermieter am Markt tätig sind.

  • Und wovom träumen Sie?

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