Mieter haftet nicht für normalen Verschleiß
Abnutzung ist Vermietersache

Mieter können nicht für alle Gebrauchsspuren haftbar gemacht werden. Wenn es sich um normale Abnutzung handelt, kann der Vermieter grundsätzlich keinen Schadensersatz fordern, entschied nach Angaben der Bausparkasse LBS das Amtsgericht Leipzig.

Im verhandelten Fall mietete ein Mann ein Büro mit Laden. Als er auszog, mokierte der Vermieter Beschädigungen am Parkettboden – dort, wo der Schreibtischstuhl stand, hatten dessen Rollen etwa drei Millimeter tiefe Furchen hinterlassen und die Farbe des Parketts hatte sich leicht verändert. Diese Nutzung fand der Vermieter unsachgemäß. Seiner Ansicht nach hätten sich die Beschädigungen vermeiden lassen, wenn der Mieter einen anderen Bürostuhl verwendet hätte.

Der Fall landete vor Gericht. Dieses urteilte, dass kein Vertragsverstoß vorliege. Die Räume seien ausdrücklich als Büro vermietet worden, und die Verwendung eines Bürostuhls mit Rollen sei in Büros völlig normal. Deshalb könne keine Rede davon sein, dass der Mieter die vereinbarte Nutzung überschritten habe. Deshalb sei er nicht zu Schadensersatz verpflichtet.

Bei Wohnraum-Mietverhältnissen gilt ebenfalls generell, dass der Mieter nicht für normalen Verschleiß haften muss. Im Bürgerlichen Gesetzbuch heißt es hierzu: „Veränderungen oder Verschlechterungen der Mietsache, die durch den vertragsgemäßen Gebrauch herbeigeführt werden, hat der Mieter nicht zu vertreten.“

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%