Mieterbund Die Mietpreisbremse greift nicht

Seit mehr als einem Jahr gilt die Mietpreisbremse in Deutschland. Für den Deutschen Mieterbund hat sie bislang nicht die gewünschte Wirkung gehabt, die Schlupflöcher seien zu groß. Er fordert eine Korrektur des Gesetzes.
Der Deutsche Mieterbund kritisiert die Mietpreisbremse. Quelle: dpa
Haus in München

Der Deutsche Mieterbund kritisiert die Mietpreisbremse.

(Foto: dpa)

BerlinEin Jahr nach der Einführung der Mietpreisbremse hat der Deutsche Mieterbund (DMB) eine negative Bilanz gezogen. „Offensichtlich werden die gesetzlichen Regelungen von vielen Vermietern ignoriert“, erklärte DMB-Direktor Lukas Siebenkotten am Montag in Berlin.

Eine nicht repräsentative Erhebung für Berlin, Hamburg, München und Frankfurt am Main habe ergeben, dass zwei Drittel bis rund 95 Prozent aller Angebote für eine Wiedervermietung die Mietpreisbremse überschritten hätten. Diese sieht vor, dass der Mietzins die ortsübliche Vergleichsmiete höchstens um zehn Prozent überschreiten darf. Allerdings gibt es Ausnahmen: Wenn der Vormieter bereits mehr bezahlt hat, muss die Miete bei der Neuvermietung nicht abgesenkt werden. Erstmals vermietete Wohnungen sind ganz davon ausgenommen.

Wo die Deutschen wohnen wollen – und wo lieber nicht
So nicht!
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Ein zerstörtes Haus an einem abgelegenen Waldweg in Mirow an der Mecklenburgischen Seenplatte: Das dürfte so ziemlich das letzte Objekt sein, nach dem deutsche Immobilieninteressenten suchen. Laut einer gemeinsamen Studie des Baufinanzierers Interhyp und dem Immobilienportal Immobilienscout24 zieht es die Deutschen in die Städte – und in deren Speckgürtel. Abgesehen von der Lage achten potenzielle Hauskäufer demnach auch auf die ärztliche Versorgung und die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel. Doch was schreckt Interessenten ab? Die fünf „No-Gos“ bei Immobilien.

Platz 5: Fehlende Garage/kein Parkplatz
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Erst einmal drei Kilometer laufen, bis man vom Parkplatz nach Hause gefunden hat? Für 22 Prozent der befragten Immobilieninteressenten kommt das nicht infrage. Eine Immobilie ohne angeschlossenen Stellplatz stellt damit für mehr als jeden Fünften ein absolutes Ausschlusskriterium dar.

Platz 4: Dunkle Räume/wenig Licht
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Was für diese beiden Störche gut genug ist, reicht vielen Hausbesitzern nicht: Immobilien mit schlechter Beleuchtung oder zu dunklen Räumen finden häufig keinen Käufer. Immerhin 25 Prozent der Befragten gaben an, eine Immobilie allein deshalb nicht kaufen zu wollen.

Platz 3: Kein Garten
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Ein Balkon mag schön sein, auf einen Garten wollen die meisten Hauskäufer trotzdem nicht verzichten. 27 Prozent der Immobilieninteressenten gaben an, bei fehlendem Garten von einem Hauskauf Abstand nehmen zu wollen.

Platz 2: Problematische Nachbarschaft
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Der AfD-Politiker Alexander Gauland sagte im Mai, er glaube nicht, dass eine Mehrzahl der Deutschen den Nationalspieler Jérôme Boateng gern in ihrer Nähe wohnen hätte. Viele antworteten darauf empört, neben Gauland wollten sie auch nicht wohnen. Das aktuelle Immobilienbarometer aber zeigt: Die Nachbarschaft ist Immobilienkäufern weniger wichtig geworden. Nur rund 36 Prozent gaben an, bei einer problematischen Nachbarschaft lieber ein anderes Objekt kaufen zu wollen. Im Immobilienbarometer 2010 waren es noch 64 Prozent.

Platz 1: Lärm
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Ärger mit den Nachbarn, keine Garage, zu wenig Licht – alles verschmerzbar, solange eines stimmt: die Lautstärke. Fast die Hälfte der Befragten (47 Prozent) will auf den Kauf einer Immobilie verzichten, wenn sie nahe einer großen Straße oder einer anderen Lärmquelle liegt. Damit verdrängt der Lärm die problematische Nachbarschaft von Platz 1 der absoluten „No-Gos“ für Hauskäufer.

Wo die Deutschen wohnen wollen
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Wie die Umfrage des Baufinanzierers Interhyp und des Immobilienportals Immobilienscout24 ergab, wollen etwa die Hälfte der Deutschen Haus oder Wohnung am liebsten mitten in der Stadt kaufen. Die endgültige Entscheidung hängt aber von einer Reihe anderer Lagekriterien ab. Was Immobilienkäufern am wichtigsten ist.

Der Mieterbund fordert daher Korrekturen am Gesetz, mit dem die Mietpreisbremse zum 1. Juni 2015 eingeführt worden war. Sie gilt nur dort, wo sie von den Ländern für bestimmte Ballungsgebiete mit angespannten Wohnungsmärkten verhängt wurde, um den Mietpreisanstieg beim Wohnungswechsel zu deckeln.

Aus Sicht des DMB sollte die Mietpreisbremse bundesweit gelten. Ausnahmen wie etwa die Höhe der Vormiete sollten ganz gestrichen werden. Zumindest aber müssten Vermieter verpflichtet werden, nachprüfbare Angaben zur Vormiete oder auch zu den Kosten früherer Modernisierungen zu machen, wenn sie damit eine Abweichung von der Mietpreisbremse begründeten.

In die Untersuchung waren laut DMB die Angebotsmieten eines Internetportals eingeflossen. Auf anderem Weg vermietete Wohnungen seien daher nicht berücksichtigt worden.

  • rtr
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