Mietleerstand
Die eigentümliche Logik der Investoren

Bürohäuser in Paris bergen wenige Risiken, doch gekauft werden nur wenige. Die Investoren tragen ihr Geld lieber in andere europäische Metropolen. Das Gegenbeispiel zu Paris ist Stockholm. Trotz vieler unvermieteter Flächen, gibt es Investoren.
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DÜSSELDORF. Eigentlich müssten Immobilieninvestoren derzeit in Scharen nach Paris pilgern. Gerade einmal sechs Prozent der Büroflächen im Herzen der französischen Hauptstadt sind unvermietet. Im außerhalb gelegenen Banken- und Versicherungsquartier La Défense haben die Analysten der Beratungsgesellschaft Jones Lang Lasalle (JLL) gar nur eine Leerstandsquote von 5,5 Prozent ermittelt. Die Spitzenrenditen liegen je nach Standort bei attraktiven 5,25 bis 5,75 Prozent. Zudem sind die Mieten nach der jüngsten Studie der Immobiliendienstleistungsgesellschaft CB Richard Ellis (CBRE) im zweiten Quartal im Schnitt um 2,67 Prozent gestiegen. Dennoch tragen Investoren nur wenig Geld nach Frankreich. Im ganzen Land wechselten in der ersten Jahreshälfte nach Berechnungen von CBRE nur Gewerbeimmobilien im Gesamtwert von 3,6 Mrd. Euro den Besitzer. In Großbritannien waren es fast drei Mal soviel.

Jean-Luc Blanpain, Chefresearcher bei JLL in Paris, rechnet nicht damit, dass das Investitionsvolumen in der Seine-Metropole in den kommenden Monaten deutlich ansteigen wird. „Für das Gesamtjahr dürfte das Umsatzvolumen sechs bis acht Milliarden Euro betragen.“ Die Spitzenrenditen werden allenfalls leicht nachgeben. „Zum Jahresende sind fünf bis 5,5 Prozent realistisch“, sagt Blanpain.

Genau umgekehrt das Bild in Stockholm: Dort sind zwar momentan 12,75 Prozent aller Büroflächen unvermietet – trotzdem drängen in- und ausländische Investoren wieder in den engen Hauptstadtmarkt. Das Investitionsvolumen stieg nach DTZ-Berechnungen von knapp einer Mrd. Euro im ersten Quartal auf etwa 1,35 Mrd. Euro im zweiten Quartal dieses Jahres.

„Im Jahresverlauf sind deshalb die Preise von Büroimmobilien gestiegen und die Spitzenrenditen seit dem Krisenhoch von 5,5 Prozent auf 5,25 Prozent zurückgegangen“, sagt Patrik Lundström, Analyst bei DTZ Research in Schweden. Vor Beginn der Finanzkrise waren Bürotürme in der skandinavischen Metropole so teuer gehandelt worden, dass die Käufer aus den Mieteinnahmen nur eine Rendite von 4,25 Prozent erzielen konnten. Höhere Erträge als in Stockholm ließen sich in Göteborg und Malmö erzielen, sagt Lundström. „In beiden Städten liegt die Spitzenrendite bei 5,75 Prozent.“

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  • Die investoren spielen ein Spiel , Augen zu und durch , aber der Witz ist das Spiel wird nicht mit eigenem Geld gespielt! Denn geht es gut sind boni beförderung noch mehr Geld sicher. Geht es nicht gut , auch nicht schlimm , boni weniger oder wie bei HRE vom Steuerzahler bezahlt , eventuell Jabverlust macht auch nichts die nächste versorgungsposition wartet schon , wozu hat man Freunde. Versorgungsängste für das Alter aber nein, großzügige Altersversorgung ist auch für Versager selbstverständlich, beispiele kann jeder selber genug finden. Also was soll passieren immer ein Ass im Ärmel. Au Hoppla nennt man diese Leute nicht betrüger und Falschspieler.?

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