Milliarden-Zukäufe geplant
Pirelli Re hat Deutschland im Visier

Das italienische Immobilien-Unternehmen Pirelli & C. Real Estate (Pirelli Re) will in Deutschland wachsen. „Wir wollen innerhalb von drei Jahren rund zwei Milliarden Euro in Deutschland investieren“, sagte Carlo Puri Negri, der Vorstandsvorsitzende der börsennotierten Pirelli-Tochter, dem Handelsblatt.

HB MAILAND. Ähnlich wie viele ausländische Investoren sieht auch Pirelli Re – mit mehr als 1 500 Mitarbeitern und einem Nettogewinn von 145 Mill. Euro bei einem Umsatz von 3,5 Mrd. Euro der Branchenerste in Italien – noch große Chancen auf dem deutschen Markt. Erste Schritte hat Pirelli Re bereits getan. Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen über P & K Real Estate – ein Joint Venture mit der deutschen Immobilienfirma Kronberg – und gemeinsam mit Lehman Brothers ein Wohn-Immobilienpaket von der Corpus-Immobiliengruppe für 72,5 Mill. Euro gekauft. Im Juni hat Pirelli Re seinen Anteil an dem Joint Venture von 60 auf 90 Prozent aufgestockt und weitere Wohnimmobilien im Raum West-Berlin erworben. Insgesamt verwaltet Pirelli Re heute Immobilien im Wert von 170 Mill. Euro in Deutschland.

Ein weiterer großer Kauf könnte nach den Aussagen Puri Negris noch in diesem Jahr folgen. „Wir glauben an den deutschen Markt, weil dort die Preise im europäischen Vergleich noch unschlagbar sind und die Quote der Bewohner, die Eigentum haben, noch niedrig ist“, erklärt Puri Negri seinen Optimismus. Vor allem bei den Wohnimmobilien lägen die Quadratmeterpreise oft bei einem Viertel der in Italien oder Spanien üblichen Werte. „Außerdem hinkt Deutschland bei den Privatisierungen noch hinterher“, sagt er.

Analysten der Investmentbank Morgan Stanley schätzen, dass rund zwei Mill. Wohnungen in Deutschland zum Verkauf anstehen. In den nächsten fünf bis sechs Jahren könnte etwa die Hälfte den Besitzer wechseln, meinen die Experten. Manche Objekte werden binnen kurzer Zeit zum zweiten Mal verkauft. Das private Forschungsinstitut Bulwien-Gesa schätzt, dass dies auf 55 Prozent der 380 000 im Jahr 2005 verkauften Einheiten zutrifft.

Auch wenn Puri Negri sich über die im Vergleich zu anderen Ländern niedrigen Preise freut, die Konkurrenz der Käufer hat die Preise klettern lassen. Vor sechs Jahren zahlte der Finanzinvestor Deutsche Annington, für die Eisenbahnerwohnungen aus dem Bundeseisenbahnvermögen das Zehnfache der Jahresnettomiete und etwa 550 Euro je Quadratmeter. Vergangenes Jahr blätterte die Immobiliengruppe Corpus für das Baubecon-Paket das Sechzehnfache hin. Der Quadratmeterpreis lag bei 900 Euro. In anfänglicher Mietrendite ausgedrückt stehen 6,25 Prozent für Corpus den zehn Prozent der Deutschen Annington gegenüber.

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