Milliardenakquisitionen erwartet
Investoren wetteifern um Bürohäuser

Internationale Finanzinvestoren drängen trotz der schweren Krise offener Immobilienfonds mit Milliardeninvestitionen auf den deutschen Markt für Gewerbeimmobilien.

HB FRANKFURT. Während Anleger bei den Fonds allein im Dezember Anteile im Wert von gut drei Mrd. Euro abstießen, wollen angelsächsische Private-Equity-Häuser Milliardenbeträge in Bürohäuser und Gewerbeimmobilien investieren. „In diesem Jahr wird Deutschland so wichtig wie die boomenden Märkte in den USA und Großbritannien“, sagt Robert Orr vom internationalen Makler Jones Lang Lasalle.

Aus Sicht von Hermann Wagner, Vorstandsmitglied bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young, locken ausländische Investoren vor allem die attraktiven Preise der Immobilien. Deutsche Wohnungen und Gewerbeimmobilien seien im internationalen Vergleich günstig bewertet.

Peter Kimpel, geschäftsführender Direktor der US-Investmentbank Goldman Sachs, rechnet vor allem bei Büroimmobilien mit einer Reihe großer Deals. Die milliardenschwere Veräußerung von Bürohäusern durch die Dresdner Bank und die Deutsche Bank in den vergangenen Monaten sei erst ein Anfang gewesen. Allerdings werde man abwarten müssen, ob bei gewerblichen Immobilien die Renditevorstellungen der Finanzinvestoren erfüllt würden oder ob hier konservativere Investoren das Rennen machten. Nach Ansicht von Branchenbeobachtern erwarten die institutionellen Geldgeber der Beteiligungsfonds heute Renditen zwischen 15 und 20 Prozent. Allerdings gebe es auch Investoren, die mit zehn Prozent zufrieden seien, wenn die Risiken dafür überschaubar blieben.

Auch Sebastian Greinacher vom britischen Private-Equity-Haus Doughty Hanson & Co sieht in diesem Jahr eine Konzentration auf gewerbliche Immobilien. „In Deutschland wurden die Investitionen in Immobilien immer sehr passiv betrieben. Wir können dagegen durch ein professionelles Management hohe Wertsteigerungen schaffen“, meint Greinacher. Dabei werden die Finanzinvestoren nach Meinung von Experten nicht nur Filetstücke kaufen, sondern auch Objekte mit Leerständen und kurzen Restlaufzeiten der Mietverträge.

Bislang haben sich die in Deutschland aktiven Finanzinvestoren darauf konzentriert, Wohnungen zu kaufen. Die größte Transaktion des vergangenen Jahres war der Erwerb der Eon-Tochter Viterra durch die britische Beteiligungsgesellschaft Terra Firma für sieben Mrd. Euro. Da der Markt für Wohnimmobilien weitgehend aufgeteilt ist, schwenken die Finanzinvestoren jetzt auf Büroimmobilien um.

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