Milliardengeschäft Ost-Immobilien
Alle lieben die gute alte „DDR-Platte“

Schön sind sie nicht, die vielen Plattenbauten in Ostdeutschland. Und doch reißen sich Investoren aus aller Welt um die wenig schmucken Immobilien. Dafür gibt es übrigens Gründe.
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BerlinKleine Fenster, niedrige Decken und triste Fassaden sind die Markenzeichen von Plattenbauten. Die Wohnblocks aus Betonfertigteilen entstanden vor allem zu DDR-Zeiten in Ostdeutschland. Jetzt werden sie begehrte Kaufobjekte in einem deutschen Immobilienboom, getrieben von ausländischen Investoren auf der Suche nach sicheren Investments.
Die nächste große Transaktion könnte der Verkauf von 38.000 Dresdener Wohnungen, darunter viele aus Vor-Wendezeiten, aus dem Eigentum der Fortress Investment Group sein. Zuletzt waren die New Yorker Finanzinvestoren Blackstone und Cerberus Capital Management in Deutschland auf Einkaufstour gewesen und hatten auch Plattenbauten gekauft.

“Deutsche Wohnungen werden den Leuten aus den Händen gerissen”, sagt Andre Adami, Analyst für Wohnungsinvestments bei der Berliner Marktforschungsfirma BulwienGesa “Jedes Portfolio das auf den Markt kommt, trifft auf hohe Nachfrage.”
Ausländische Investitionen in den deutschen Wohnimmobilienmarkt haben seit diesem Jahr Konjunktur. Private- Equity-Firmen, Versicherer und Pensionsfonds sind auf der Suche nach höheren Renditen, seit Zentralbanken weltweit die Anleiherenditen drücken. Dabei meiden die Investoren Länder, die von der Schuldenkrise in der Eurozone erschüttert werden.

Etwa die Hälfte der Käufe von deutschen Immobilien in der Größenordnung von mehr als zehn Wohneinheiten werden von Käufern aus dem Ausland getätigt. Daten vom Immobiliendienstleister Jones Lang LaSalle. zeigen, dass diese im ersten Halbjahr 3,3 Milliarden Euro ausgegeben haben - so viel wie noch nie seit 2008 und mehr als die 2,4 Milliarden Euro, die sie im gesamten letzten Jahr investierten.

“Deutsche Wohnimmobilien sind eine der attraktiveren Anlageklassen in Europa”, sagt Roger Orf, Leiter Immobilien Europa bei Apollo Global Management. Die New Yorker Private- Equity-Gesellschaft ist mit 15 Prozent an der Deutsche Annington Immobilien AG, Deutschlands größtem Wohnungsvermieter, beteiligt.

Kommentare zu " Milliardengeschäft Ost-Immobilien: Alle lieben die gute alte „DDR-Platte“"

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  • Platte oder normaler Bau-ich finde es toll, dass die Welt wieder nach Sachsen schaut und dort investiert:
    Platte in Dresden, Porsche in Leipzig, Lange & Söhne in Glashütte und viele andere.

  • @Vicario: Offensichtlich haben Sie etwas gegen "Ossis", wie sie ja mehrmals kundgetan haben. Diese aggresive Pöbelei finde ich - gelinde gesagt - schwach. Ebenso ihre Argumente.
    Wie WFriedrich schon geschrieben hat, sind die meisten der Plattenbauten bereits renoviert oder werden von den entsprechenden Eigentümern (auch mit Blick auf die Investoren aus dem Ausland) in Stand gesetzt. Daher brauchen Sie also keine übertriebene Angst vor irgndwelchen schädlichen Stoffen haben. Oder glauben Sie allen Ernstes, dass diese Räumlichkeiten unsaniert vermietet werden? Dann ist ihre Auffassung vom Gebiet der ehemaligen DDR noch viel rückständiger als ich ihrem ersten Kommentar entnahm.

    Zum Palast der Republik: offiziell waren die Materialen die Begründung zum Abriss. Stellt sich die Frage, ob da noch mehr dahintersteckte...nur so als Denkanstoss.

    Zum anonymen Brutkasten: einfach Quatsch. In solchen Häusern kennen sich die Leute teilweise erheblich besser als Sie sich vorstellen können.

    Zu ihrem letzten Kommentar: einfach arm. Mehr fällt mir dazu nicht ein.

  • Das ist doch mal ne gute Nachricht! Und nicht die erste dieser Art. Wir lassen es zu das "Heuschrecken" mit was auch immer spekulieren können. Wo kommt der ganze Mist her...über den Teich den Großen ...das ahnt man schon.

    Alles nieder gemacht, Heuschrecken fressen halt Alles ...Die Brut wird nimmer satt, gespeist von der Dämlichkeit der "Blockparteien"...die Alles verscherbeln ohne Sinn und Verstand, Machtgeil und Egoistisch! Nach US- Mafia oder Brüssel-Mafia, macht keinen Unterschied!

    Das Volk...Stimmvieh sonst nichts! Und zahlen die Zechen widerspruchslos!

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