Milliardenverkäufe
Immobilienfonds bereinigt Portfolio

Die Tochter der Hypo-Vereinsbank iii-Investments verkauft Gebäude für rund eine Milliarde Euro. Damit steigen die Liquiditätsquoten auf etwa 40 Prozent. Das Abschmelzen des Fonds deutet darauf hin, dass Anleger Anteile zurückgegeben haben. Wo der Fonds künftig Schwerpunkte setzen will.
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OESTRICH-WINKEL. Die Hypo-Vereinsbank-Tochter iii-Investments hat in ihrem offenen Immobilienpublikumsfonds aufgeräumt. Euro Immo-Profil und Inter Immo-Profil haben zwischen Ende September und Ende Oktober rund eine Milliarde Volumen verloren. iii-Geschäftsführer Reinhard Mattern bestätigte am Rande eines Symposiums der Real Estate Management Instituts in Oestrich-Winkel Immobilienverkäufe, ohne Details zu Käufern, Tranchen und Verkaufszeitpunkten preiszugeben.

Auf dem Podium hatte er das Volumen beider Fonds per Ende Oktober mit 0,6 Milliarden Euro angegeben. Ende September betrug das Volumen des Euro Immo-Profils 1,2 Milliarden Euro, dass des Inter Immo-Profil 385 Millionen Euro.

„Wir haben zum Verkehrswert verkauft“, stellte Mattern klar. Die Entwicklung der Anteilspreise beider Fonds seit September bestätigt dies.

Zwar sind Fondsmanager verpflichtet, zum Verkehrswert zu verkaufen, doch in der Praxis toleriert die Aufsicht Abschläge auf die von Sachverständigen festgestellten Immobilienwerte. Die Verkäufe ermöglichten es zudem, die Liquiditätsquoten beider Produkte auf je etwa 40 Prozent hochzufahren. Vor sieben Wochen betrugen die Quoten jeweils noch um die zehn Prozent.

Investoren haben Kasse gemacht

Die Verkäufe erklären allerdings nicht das radikale Abschmelzen der Fonds binnen eines Monats, denn bei Immobilienverkäufen zum Verkehrswert findet lediglich ein Tausch von Beton und Steine gegen Geld statt. Folglich müssen Anleger im Oktober die Gelegenheit genutzt haben, Anteile zurückzugeben.

In der Immobilienfondsbranche ist seit langem bekannt, dass die Versicherungsgruppe AMB Generali und Pensionskassen hohe Anteile an dem Fonds halten und darüber hinaus die HVB den Fonds seit Jahren durch Anteilskäufe stützt. Zu den Investoren machte Mattern keine Angaben.

Der Geschäftsbericht des Euro Immo-Profils per Ende 2008 zeigt aber den außergewöhnlich hohen Anteil institutioneller Gelder in diesem Fonds. Danach entfiel damals 72,8 Prozent des Fondsvermögens auf Anleger mit Einlagen von mehr als einer Mio. Euro.

Nur die offiziell nie bestätigten Stützungskäufe der Mutter HVB ermöglichen es Mattern heute zu sagen: „Wir haben es geschafft, dass Anleger immer ihr Geld zurückbekommen haben.“ Obwohl im Performance-Vergleich wegen Abwertungen seit Jahren am unteren Ende mussten beide Produkte weder in der Immobilienfondskrise 2004/2005 noch vor einem Jahr schließen, als zwölf Fonds die Anteilsrücknahme aussetzten.

Zwar kündigte Mattern an, künftig den Schwerpunkt auf das institutionelle Geschäft zu legen, indem zurzeit in acht Spezialfonds und einem Luxemburger Vehikel 4,4 Milliarden Euro verwaltet werden. Er stellte aber auch klar: „Wir werden die Publikumsfonds nicht aufgeben.“

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