Mini-Apartments in Hongkong

Wohnen auf 15 Quadratmetern

In Hongkong verschärft sich die Wohnungsnot. Mini-Apartments mit den Ausmaßen einer Gefängniszelle haben Hochkonjunktur – zu exorbitanten Preisen. Mieter schlagen die Zeit tot, um nicht nach Hause zurückzukehren.
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Donny Chand wohnt in einer gehobenen Apartment-Anlage in Hongkong, doch er versucht so wenig Zeit wie möglich in seiner Wohnung zu verbringen – sie misst gerade mal 18 Quadratmeter. Quelle: AP
Mini-Apartment

Donny Chand wohnt in einer gehobenen Apartment-Anlage in Hongkong, doch er versucht so wenig Zeit wie möglich in seiner Wohnung zu verbringen – sie misst gerade mal 18 Quadratmeter.

(Foto: AP)

HongkongMarmor im Foyer, geschwungene Balkone, edles Dekor: Auf den ersten Blick würden viele junge Angestellte Donny Chan um seine Adresse in einer gehobenen Apartment-Anlage in Hongkong beneiden. Doch der 39-Jährige verbringt so wenig Zeit wie möglich in seiner Wohnung im 19. Stock des Wohnturmes „High One“, denn sie misst gerade mal 18 Quadratmeter. „Immer wenn ich in das Apartment zurückkomme, fühle ich mich wie eine Katze in einer Kiste“, sagt Chan, der bei einem Medizingerätehersteller fürs Design verantwortlich ist.

Sein Studio mit den Ausmaßen einer Gefängniszelle liegt im Trend: Hongkongs Bauträger planen auf immer engerem Raum und offerieren jüngeren Käufern mittlerer Einkommensklassen hochwertig ausgestattete Mini-Apartments zu spektakulären Preisen. Die „Einheiten in Mückengröße“ oder „gnat flats“, wie sie auf Chinesisch heißen, sorgen für Spott im Internet und werfen ein Schlaglicht auf den überhitzten Immobilienmarkt und die wachsende Ungleichheit in der asiatischen Finanzmetropole.

Hongkong gilt in vielen Rankings als teuerster Immobilienmarkt weltweit. Privater Wohnraum war schon immer begehrt, und Hunderttausende Flüchtlinge vom chinesischen Festland verschärften über Jahrzehnte die Wohnungsnot. Der Boom bei Mikro-Apartments zeigt Parallelen zur Entwicklung in den USA und anderen Industriestaaten, wo winzige Wohnungen ebenfalls im Trend liegen. In Hongkong leben jedoch nur wenige freiwillig auf engstem Raum. Chan zog im vergangenen Jahr in das Mini-Studio, nachdem er sich von seiner Frau getrennt hatte. Dafür zahlt er umgerechnet 1165 Euro Miete monatlich – ein Drittel seines Monatsgehalts.

In diesen Städten ist Arbeiten teuer
Platz 10: Bern
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Die Unternehmensberatung Mercer hat analysiert, wo die Lebenshaltungskosten für Mitarbeiter auf Auslandsmission – Expats – am höchsten sind. New York wurde als Basisstadt genommen, mit der der 400 Städte verglichen wurden. Die Statistik ermittelte dabei die Kosten von über 200 verschiedene Posten, unter anderem Haushaltskosten, Transport, Essen, Kleidung und Unterhaltung. Auch die Preise für Kleinigkeiten, etwa für Fastfood oder für Kinobesuch verglichen die Berater. Auf Platz zehn landete Bern. Die Stadt in der Schweiz hat mehr als 140.000 Einwohner.

Quelle: Mercer Cost of Living Survey – Worldwide Rankings 2017.

Platz 9: New York City
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Platz neun belegt die einzige US-amerikanische Stadt im Ranking: New York City. Ein Burger kostet in New York zwar durchschnittlich umgerechnet nur 3,9 Pfund, eine Kinokarte aber satte 16,25 Dollar.

Platz 8: Schanghai
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Fünf der Städte im Ranking befinden sich in Asien. Auch Platz acht: Die bedeutsamste Industriestadt Chinas, Schanghai.

Platz 7: Genf
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Die zweitteuerste schweizerische Stadt im Ranking ist Genf. Mit über 200.000 Einwohnern ist Genf nach Zürich die zweitgrößte Stadt der Schweiz.

Platz 6: Seoul
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Die Hauptstadt Südkoreas, Seoul, belegt den sechsten Platz im Ranking. Ungefähr zehn Millionen Menschen leben in der viertteuersten Stadt Asiens.

Platz 5: Singapur
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Teuer leben auch Mitarbeiter, die nach Singapur entsendet werde. Die asiatische Stadt, die als Finanzzentrum der Region gilt, landet auf dem fünften Platz im Ranking. Singapur zählt außerdem zu einer der saubersten Städte der Welt – was wohl auch seinen Preis hat.

Platz 4: Zürich
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Und nochmal die Schweiz: Die teuerste Stadt Europas ist Zürich. Damit ist die Schweiz das einzige Land, das gleich drei Mal in den Top-Ten des Rankings vertreten ist.

Zuvor besichtigte er in drei Wochen 20 Wohnungen, doch alle waren teurer, in schlechterem Zustand oder weiter entfernt von seinem Arbeitsplatz. Nun spielt er nach der Arbeit Basketball oder Badminton, geht ins Kino, in Karaoke-Bars oder trifft Freunde und Verwandte, um nicht in seine vollgestellte, klaustrophobische Wohnung zurückzukehren. „Ich laufe in Shopping-Malls herum, bis sie schließen.“

Zu Beginn der Entwicklung wurden Mikro-Apartments zum Großteil von Investoren aufgekauft, die sie für überdurchschnittliche Erlöse vermieteten. Dann unterband der Staat solcherlei Spekulationen, und inzwischen werden die Mini-Einheiten vor allem von Wohnungssuchenden nachgefragt, wie Ingred Cheh, Forschungsleiterin bei Jones Lang Lasalle, sagt.

Umzug in das Mikro-Apartment
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