Mittelzuflüsse nehmen in den vergangenen Monaten stetig ab
Immobilienfonds leiden unter Bestechungsskandal

Ungünstiger hätte der Zeitpunkt kaum sein können: Kaum gibt es erste Anzeichen für ein zaghaftes Anspringen der Mietnachfrage in Deutschland, da bringt der Bestechungsskandal um einige leitende Angestellte von einer Reihe Frankfurter Immobilienfondsgesellschaften die ganze Branche in Verruf. Dabei steht diese angesichts sich stetig abschwächender Nettomittelzuflüsse in den vergangenen Monaten eh nicht blendend da.

HB Frankfurt/M. „Das ist das I-Tüpfelchen. Größere Bewegungen bei den Mittelzu- und -abflüssen haben wir aber bislang noch nicht gesehen“, sagt Barbara Knoflach, Geschäftsführerin der SEB Immobilien-Investment und Portfoliolenkerin des SEB Immoinvest.

Vor den jüngsten Negativmeldungen hatten die Portfoliomanager mit der Konjunkturflaute in Deutschland zu kämpfen. Die bescherte ihnen immer öfter mitunter hohe Leerstandsraten in ihren Objekten, insbesondere in den deutschen Metropolen. Folge: Die Renditen vieler Fonds stehen unter Druck. Verschärft wird die Situation noch durch hohe Mittelzuflüsse in den Vorjahren. Da lukrative Investitionsmöglichkeiten am Immobilienmarkt derzeit dünn gesät sind, ist die Liquidität vieler Fonds hoch. Vor diesem Hintergrund bleibt den Verwalter gar nichts anderes übrig, als große Teile des liquiden Fondsvermögens am Geldmarkt zu parken. Dort können sie allerdings nur die üblichen, niedrigen Zinsen kassieren, anstatt höhere Mieteinnahmen einzustreichen.

Kein Wunder also, dass der Durchschnitt der offenen Immobilienfonds in den zwölf Monaten bis Ende Juli auf eine Wertsteigerung von lediglich 2,93 Prozent kommt.

Feri sieht bei europaweit anlegenden Produkten gute Chancen

Deutlich überdurchschnittlich hat nur der KanAm Grundinvest Fonds abgeschnitten, der mit einem Plus von 7,03 Prozent die Riege der 23 ausgewerteten Produkte anführt. Zwei Plätze dahinter rangiert mit einem Plus von 4,58 Prozent der SEB Immoinvest.

Ein Grund dafür, dass sich beide Produkte besser als die meisten Wettbewerber entwickelt haben, liegt darin, dass die Portfolios europaweit diversifiziert sind. Für Dietmar Herbach von Feri Trust bieten europaweit anlegende Immobilienfonds Anlegern derzeit das beste Verhältnis von Chance und Risiko: „Bei guter Diversifizierung erwarten wir auf Sicht von zwölf Monaten kein wesentliches Abwärtsrisiko.“

Das Gros des SEB Immoinvest ist mit 48 Prozent in Deutschland investiert, je 12 Prozent entfallen auf die USA, Frankreich und Italien. Bis 2005 will Fondsmanagerin Knoflach den Anteil der deutschen Immobilien im Portfolio aber auf eine Quote von 40 Prozent senken. Die frei gewordenen Mittel sollen in Spanien, Italien, Frankreich, den USA und Skandinavien reinvestiert werden.

Der KanAM Grundinvest verzichtet komplett auf Anlagen in Deutschland. 94,1 Prozent des Grundvermögens sind im europäischen Ausland investiert, der Rest in den USA. In Europa entfällt der Löwenanteil mit rund 70 Prozent auf den Raum Paris. Das Management will den Fonds jedoch künftig stärker diversifizieren.

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