Modernisierung abgewirtschafteter Gebäude
Investoren entdecken alte Bürohäuser neu

In der Stuttgarter Neckarstraße, der Düsseldorfer Steinstraße und der Hamburger Dammtorstraße haben sich Investoren drei ältere Objekte vorgenommen. Es handelt sich um Bürogebäude, die mit viel Geld wieder attraktiv werden sollen. Die Zahl solcher in die Jahre gekommenen Büroimmobilien ist in Deutschland hoch. Mit der Modernisierung abgewirtschafteter Gebäude erzielen Investoren hohe Renditen.

HAMBURG. Laut Marktforschungsgesellschaft BulwienGesa gibt es für 17 Millionen Quadratmeter Bürofläche - etwa sechs Prozent der Gesamtbürofläche - "konkreten Modernisierungsbedarf". Vor allem Gebäude, die zwischen 1950 und 1980 fertig gestellt wurden Spezialisten attraktiv. Sie "revitalisieren" die Häuser.

Das viergeschossige Gebäude der Bundesagentur für Arbeit an der Neckarstraße 155 in Stuttgart wurde 1951 errichtet. Die niederländische Sifel Holding B.V., die das Gebäude Anfang März erworben hat, will das Haus mit seinen 10 140 Quadratmetern Nutzfläche in ein modernes Bürogebäude verwandeln. Bernd Unterberger, Geschäftsführer von Angermann Global Property will "neue Mieter gewinnen und Wertschöpfung generieren."

So auch das Immobilienunternehmen Polis in Berlin. Vorstand Dr. Alan Cadmus: "Wenn wir ein Objekt identifiziert haben, das nicht gut läuft, aber Potenzial hat, machen wir es wieder marktfähig. Viele Objekte in zentralen Lagen in deutschen Metropolen, oft errichtet, um Kriegslücken zu schließen, verfügen über eine ansprechende Architektur und einen klaren Grundriss, so dass sie sich besonders gut als Modernisierungsobjekte eignen."

Polis hat 2006 das Bürohaus in der Steinstraße 20 in Düsseldorf erworben. Für Cadmus besitzt es "erhebliches Wertsteigerungspotenzial". Für mehr als 5,5 Mill. Euro wurde das Gebäude um zwei Etagen auf 5 200 Quadratmeter Mietfläche aufgestockt, seine Qualität wurde deutlich verbessert. Die Analysten von Feri haben das Bürogebäude auch wegen seiner attraktiven Lage mit dem Top-Rating "A" eingestuft.

Dem Gründerzeithaus Dammtorstraße 33-35 in Hamburg versucht die Projektentwicklungsgesellschaft Hamburg Team neues Leben einzuhauchen. Nur die Fassade bleibt stehen, hinter ihr wird fast alles neu. Billig sind solche Mammutprojekte nicht. Fachleute beziffern die Kosten für kleinere Modernisierungen auf 70 bis 80 Euro pro Quadratmeter, müssen zusätzlich Wände versetzt und Sanitäranlagen erneuert werden, käme man auf 150 bis 350 Euro, und für Revitalisieren von Grund auf müsse man 700, 800 oder sogar 1 000 Euro pro Quadratmeter und mehr investieren.

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