Morgan Stanley
Immo-Fonds kündigt Abwertung an

Morgan Stanley will vorübergehend keine Anteile des offenen Immobilienfonds P2 Value mehr ausgeben, das Institut erwartet "signifikante Abwertungen" durch die aktuelle Neubewertung des Immobilienportfolios. Vor drei Jahren war die Deutsche Bank den gleichen Schritt gegangen - typisch sind die Probleme aber nicht.

DÜSSELDORF. Morgen Stanley hat gestern angekündigt, "vorübergehend" keine Anteile des offenen Immobilienfonds Morgan Stanley P2 Value mehr an Anleger auszugeben. Nach ersten Ergebnissen der aktuellen Neubewertung des gesamten Immobilienportfolios erwartet Morgan Stanley "signifikante Abwertungen". Mit dem Verzicht auf die Ausgabe von Anteilen nimmt sich die Gesellschaft die Chance, ihre liquiden Mittel zügig zu erhöhen. Der Kassenbestand muss steigen, um die Rücknahme von Anteilscheinen wieder aufzunehmen.

Der 1,7 Mrd. Euro schwere P2 Value ist einer von zwölf Publikumsfonds, die im Oktober 2008 nach hohen Mittelabflüssen den Umtausch von Anteilen gegen Geld eingestellt hatten. Sieben Fonds nehmen inzwischen wieder Anteile zurück.

Vor drei Jahren war die Deutsche Bank den gleichen Schritt gegangen. Das Institut hatte damals ebenfalls wegen einer bevorstehenden Abwertung des gesamten Immobilienvermögens Rücknahme und Ausgabe von Anteilen ausgesetzt.

Würden weiterhin Anteile zum aktuellen Wert ausgegeben, würden Neuanleger sofort Geld verlieren. Denn Abwertungen der Gebäude führen automatisch zu niedrigeren Anteilspreisen. Die Fondsgebäude werden von externen Sachverständigen bewertet.

Die Probleme des Morgan-Stanley-Fonds sind nicht typisch für die deutschen offenen Immobilienfonds. "Es drohen keine Fondsschließungen wegen Immobilienabwertungen auf breiter Front", beruhigt Sonja Knorr, Immobilienfondsexpertin beim Analysehaus Scope. Der im Jahr 2005 aufgelegte Morgan-Stanley-Fonds investierte in den Boomjahren 2005 bis 2007 zu hohen Preisen. Das rächt sich nun. Außerdem ist er mit rund 40 Prozent in Asien und den USA investiert, wo die Immobilienpreise stärker schwanken als in Westeuropa. Zum Vergleich: Laut Branchenverband BVI steht das Immobilienvermögen im Schnitt aller offener Fonds zu 80 Prozent in der EU und zu 70 Prozent im Euro-Raum.

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