Mythos oder Wahrheit
Sind Immobilien tatsächlich krisenfest?

Immobilien gelten als krisenfeste Anlage. Ist das die Wahrheit oder ein Mythos? Gerät das Geldsystem in eine Krise, mögen sich Immobilieninvestments bewährt haben. Doch aktuell warnen Experten vor einer Blase.
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DüsseldorfImmobilien haben in Deutschland den Ruf, absolut krisensicher zu sein. Das eigene Haus oder die eigene Wohnung gehören für viele ganz selbstverständlich zur Altersvorsorge und auch als Anlageobjekt sind Immobilien beliebt. Der Ruf von Beton und Steinen – anders als der der angeblich hochriskanten Aktien – scheint makellos.

Kein Wunder, hat sich in der Vergangenheit doch scheinbar bewährt, auf die Anlageklasse zu setzten. „In den vergangenen Großkrisen des Geldsystems – mit denen gerade die Deutschen ausreichend Erfahrung haben – gab es genau drei Anlageformen, mit denen das Vermögen durch die schwierige Zeit zubringen war: Neben Gold und Aktien gehörten die Immobilien dazu“, sagt Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank. „In Krisenzeiten ist die Bewirtschaftung von Immobilien zwar eingeschränkt – Mieten können nicht im Ausmaß der Inflation erhöht werden – aber der Vermögenswert steigt sofort wieder, wenn sich die Zeiten normalisieren.“

Doch davon auszugehen, dass Immobilien eine absolut krisensichere Anlageklasse sind, das geht auch zu weit. „Wenn dem so wäre, gäbe es keine Immobilienkrisen“, sagt Andreas Beck, Gründer des Instituts für Vermögensaufbau. Häuslebauer ignorieren nämlich, dass der Preis für ihre Immobilie sehr wohl schwankt. Die Sicherheit trügt also ein wenig. Im Gegensatz zum Aktiendepot können sie nur nicht quasi in Echtzeit überprüfen, was ihre Immobilie gerade auf den Cent genau wert ist.

Genau wie am Aktienmarkt können auch am Immobilienmarkt Preisblasen entstehen. Mitunter werden aberwitzige Preise aufgerufen und auch gezahlt. Aber wird auch blind und gierig gekauft? Genau das charakterisiert nämlich eine Blase. Oder wird aus Mangel an (Anlage-)Alternativen gekauft?

Fest steht: In den vergangenen Jahren hat Deutschland einen wahren Immobilienboom erlebt. Manch einem wird das mittlerweile unheimlich. Die Warnungen vor einer Blase nehmen zu. Auch die Bundesbank ist besorgt. Bereits im November des vergangenen Jahres hatte sie vor den Folgen des anhaltenden Kaufrausches auf dem Wohnungsmarkt gemahnt. In ihrem Monatsbericht für den Februar bekräftigte sie diese Warnung noch einmal. „Die Preisübertreibungen in den Städten betrugen gemäß aktuellen Schätzergebnissen im vergangenen Jahr zwischen 15 und 30 Prozent“, schrieben die Bundesbanker. Noch kritischer ist die Deutsche Bank: „Die aktuellen Überbewertungen drohen zum Ende des Jahrzehntes in einer ausgewachsenen Hauspreisblase zu enden.“

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Kein Boom dauert ewig

Kommentare zu " Mythos oder Wahrheit: Sind Immobilien tatsächlich krisenfest?"

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  • Wir haben es durch maßlose Übertreibungen auf dem Immobilienmarkt bereits mit einer Hyper-Inflation bei den Verkaufspreisen zu tun.

    Die Leute tun ja so als gäbe es kein Morgen und verlangen jeden noch so unverschämten Preis. Und das Bekloppte dabei ist, dass es auch immer noch Käufer gibt, die diese Preise, die sie sich nicht leisten können, bezahlen.

    Dank einer idiotischen Marketing-Maschinerie bei den Banken, die den potentiellen Käufern einreden, dass man ja jetzt kaufen müsse, weil das Zinsniveau ach so niedrig sei, werden Immobilien z.T. ohne Eigenmittel der Schuldner erworben.

    Das ist ein Bruch mit der guten alten Tradition, dass Immobilien nur mit einer soliden Basis von 20-25% Eigenmitteln erworben werden sollten.

    Wir haben es also mit einer Zeit der Raffzähne und Raubritter zu tun.

    Anders ist dieses Fehlverhalten nicht zu erklären. Logisch schon gar nicht!

    Mir würde als Bankier mittlerweile Angst und Bange werden, wenn ich so am Markt agieren und argumentieren müsste, denn der Abschreibungsbedarf bei Banken als bevorrechtige Gläubiger auf faule Hypothekenforderungen wird immens steigen und damit entsteht die Gefahr eines Finanz-Tsunamis, den wir in Deutschland und Europa nie zuvor erlebt haben.

  • Ich fürchte es kommt zu einem Schweinezyklus.Die Wohnungen ,die gebaut werden,sind für die meisten Mieter nicht bezahlbar.1995 wurde ,bedingt durch eine 7%tige Abschreibung auch , auf Teufel komm raus gebaut ,es kam (gottseidank) kaum zu Leerständen ,aber die damals erzielten Verkaufspreise sind ,selbst bei den heutigen Preisen, immer noch nicht erreicht. Sollten dieFinanzierungskosten steigen wird wohl das selbe passieren .

  • Eben, das KGV von Immobilien liegt derzeit in den 7 größten Städten bei über 30 (Aktien sehr ähnlich).. Shiller der sich mit solchen Zahlen beschäftigte kam zu dem Ergebnis, dass im langjährigen Mittel ein KGV oder Price Ernings Ratio von 16 "normal" ist. Alles weit darüber liegt endete mit großen Preiskorrekturen (Börsencrashs, Immobilienkrisen etc.). Wer sucht, der findet.. "Shiller PE Ratio"..

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