Nach Brexit-Votum

Drei weitere Immobilienfonds eingefroren

In Großbritannien sind nach dem Brexit-Votum drei weitere milliardenschwere Immobilienfonds eingefroren worden. Henderson Global zog bei UK Property PAIF die Reißleine. Columbia Threadneedle und Canada Life zogen nach.
Die Werte von Bürogebäuden in London leiden unter dem schwachen Pfund. Quelle: AFP
Londoner Finanzdistrikt

Die Werte von Bürogebäuden in London leiden unter dem schwachen Pfund.

(Foto: AFP)

LondonIn Großbritannien sind wegen der Angst vor dem Brexit drei weitere milliardenschwere Immobilienfonds eingefroren worden. Nach dem Votum der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union zog die Investmentgesellschaft Henderson Global bei ihrem 4,5 Milliarden Euro schweren Fonds UK Property PAIF aus Sorge um einen Liquiditätsengpass die Reißleine. Columbia Threadneedle, die zur Ameriprise Group gehört, und Canada Life zogen nach. Anfang der Woche hatten bereits Aviva und Standard Life zwei Immobilienfonds eingefroren.

Bei Investoren herrscht nach dem Votum der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union Unsicherheit. Sie ziehen ihr Geld ab. Droht deshalb ein Liquiditätsengpass, können offene Fonds die Rücknahme von Anteilsscheinen vorübergehend verweigern, um nicht zu Notverkäufen von Objekten gezwungen zu sein. Besorgte Anleger alarmierten deswegen bereits den britischen Finanz-Ombudsmann. Für eine formelle Beschwerde sei es noch zu früh, erklärte eine Sprecherin. Die Entwicklung werde beobachtet.

Diese Städte wollen das nächste London sein
Dublin
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Die irische Hauptstadt lockt vor allem mit niedrigen Steuersätzen für Unternehmen. Damit hat Irland bereits große US-Konzerne überzeugt – und zugleich Kritik auf sich gezogen. Der IT-Riese Google zum Beispiel muss sich den Vorwurf gefallen lassen, dass er den deutschen Fiskus austrickst.

Dublin
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Um sich dem Zugriff des Staates zu entziehen, verschieben einige Unternehmen über ihre Niederlassungen in Irland Gewinne in andere Steueroasen. Punkten kann Dublin natürlich auch damit, dass Englisch gesprochen wird. Gegen den Standort spricht aber, dass er nicht gerade zentral in der EU liegt und auch nicht gerade viele Banker unbedingt dort hinziehen werden.

Paris
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Der französische Staatschef François Hollande hat gleich Paris als Alternative zu London ins Spiel gebracht – und Banken Hoffnungen auf Steuererleichterungen gemacht. Die Regierung müsse daher „unsere Regeln, darunter die fiskalischen, anpassen, um den Finanzplatz Paris attraktiver zu machen“, sagte Holland. Paris hat als Bankenstadt bereits eine Bedeutung – allein schon, weil die großen französischen Banken dort ihren Hauptsitz haben.

Paris
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Und wenn es um Kultur, Lifestyle und Nachtleben geht, hängt Paris sowieso alle anderen Städte ab. Die Attraktivität Paris‘ ist zugleich ein Manko. Die Stadt ist extrem teuer, die Wege sind weit.

 

Luxemburg
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Dass Luxemburg ein wichtiger Finanzplatz in der EU ist, ist unbestritten. Viele Banken, Fondsgesellschaften und Dienstleister haben dort große Büros. Der Großteil der Fonds, die in Deutschland verkauft werden, wurde nach den Luxemburger Regeln gestartet.

Luxemburg
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Und ähnlich wie Dublin hat auch das Großherzogtum Unternehmen mit geringen Steuersätzen angelockt. Diese Praxis ist aber mehr denn je hochumstritten. Zudem ist die Stadt mit rund 110.000 Einwohnern alles andere als groß. Fraglich wäre, ob dort einfach tausende weiterer Banker hinziehen könnten.

New York
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New York ist das globale Finanzzentrum. Viele Banken aus aller Welt haben ohnehin einen großen Standort dort. Deshalb dürfte in einigen Fällen – wenn es nicht um das Europageschäft geht – naheliegend sein, Jobs von London nach New York zu verlagern. In einer Umfrage der Beratungsgesellschaft Boston Consulting Group nannten Topbanker von sich aus New York als beste Alternative zu London.

Die Entscheidung, die Fonds einzufrieren, sei zwar nicht überraschend, das Ausmaß aber besorgniserregend.

  • rtr
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