Nach Erdbeben
Japans Immobilienmarkt bleibt widerstandsfähig

Schutt und Asche im Nordosten des Landes, weitgehende Stabilität in den Wirtschaftszentren. Die Immobilienmärkte von Tokio und Osaka zeigen nach dem Erdbeben eine enorme Widerstandskraft.

Osaka Zwei Wochen nach dem schweren Erdbeben in Japan lassen sich die ersten Auswirkungen auf den Immobilienmarkt vorsichtig abschätzen. Das Bild präsentiert sich zweigeteilt: Während das Leben in Tokio und Osaka normal weitergeht, steht im Katastrophengebiet ein kompletter Wiederaufbau an. Die bis zu 20 Meter hohe Flutwelle nach dem Beben hat kleinere Hafenstädte wie Minamisanriku und Kamaishi komplett zerstört. Da die Küstenlinie sich verschoben und bis zu einen Meter abgesenkt hat, steht ein Teil dieser Orte nun für immer unter Wasser. Auch in der wichtigen Industriestadt Sendai liegen ganze Viertel in Trümmern. Mindestens 135.000 Häuser seien zerstört, teilt die Regierung mit. Die Bestandsaufnahme sei aber noch nicht abgeschlossen.

Für Immobilienbesitzer in der Region ist auch in dieser Hinsicht keine größere Tragödie vorstellbar. Ihre Häuser sind eingestürzt oder weggespült. Wegen der Veränderung in der Geografie wird sich von vielen Grundstücken vielleicht nicht einmal die Position wieder exakt ermitteln lassen. Den finanziellen Schaden will der japanische Staat durch großzügige Aufbauhilfe für private Hauseigentümer mildern.

Eine teure Erdbebenversicherung haben sich nur die wenigsten Hausbesitzen leisten können. Ersten Schätzungen zufolge wird der Wiederaufbau 140 bis 220 Milliarden Euro kosten, Straßen und öffentliche Gebäude mit eingerechnet. Bisher ist geplant, den Betrag durch den Verzicht auf die geplante Einführung eines Elterngelds und neue Schulden aufzubringen.

Doch während aus der Region Tohoku Bilder und Nachrichten von totaler Zerstörung kommen, sind die Märkte in den großen Bevölkerungszentren Tokio und Osaka seltsam unbeeinflusst. Trotz erster Funde radioaktiver Isotope im Trinkwasser ist nach derzeitigem Stand keine gefährliche Kontamination der Stadt zu erwarten - die Belastung bewegt sich innerhalb der Strahlenwerte, denen Menschen auch im normalen Alltag ausgesetzt sind.

Auch die Erdbebenschäden an Gebäuden halten sich in Grenzen und sind vermutlich schnell behoben. "Es zeigt sich, wie gut in Japan gebaut wird", sagt Chris Mancini, Japan-Chef des Immobiliendienstleisters Savills. "Die Häuser sind zugleich stabil und flexibel konstruiert." Der Wert von Premiumimmobilien sei nicht beeinträchtigt.

Viele Experten glauben, dass Japan sich recht schnell wieder erholen kann, wenn die atomare Bedrohung vorbei ist. Marktexperte Mancini zeigt sich gar optimistisch, dass die Ereignisse sich günstig auf den Markt auswirken. "Viele Mieter wollen in ein höherwertiges Objekt umzuziehen", sagt er. Der Markt habe ohnehin Ende 2010 ein zyklisches Preistief erreicht, das viele Unternehmen nun zum Abschluss von Verträgen in besseren Lagen nutzen wollten. Doch auch das Erdbeben könne einen gewissen Einfluss haben, so Mancini.

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