Nach Turbulenzen der Dekabank
Branche will mehr Transparenz

Die Branche der offenen Immobilienfonds unterstützt die Forderung von Dekabank-Chef Axel Weber nach mehr Transparenz. Die Sprecher mehrerer Fonds-Gesellschaften äußerten sich positiv zu dem Vorstoß.

HB FRANKFURT/M. Analysten hatten vehement mehr Transparenz gefordert, nachdem die Dekabank in Turbulenzen geraten war, weil Anleger seit Januar 1,7 Mrd. Euro aus einem Deka-Immobilienfonds abgezogen hatten. Weber hatte daraufhin in einem Gespräch mit dem Handelsblatt gesagt: „Wenn es diese Kritik gibt, müssen wir auch darauf eingehen.“

Die Deutsche Bank Real Estate begrüßt nach Angaben eines Sprechers, „dass nun auch die Deka mehr Transparenz fordert und zeigen will.“ Die Deutsche-Bank-Tochter fühlt sich als Vorreiter für eine erhöhte Offenheit; DB Real Estate lege die Verkehrswerte und Mieten der Objekte der offenen Immobilienfonds in ihren Rechenschaftsberichten offen, sagte der Sprecher. Das praktiziere sie als einzige Kapitalanlagesellschaft bereits seit Jahren. Auch Commerz Grundbesitz-Invest und Degi, die zur Allianz gehört, begrüßten grundsätzlich die Forderung nach mehr Transparenz. Die Degi fragt sich aber, wer über was informiert werden solle. „Der Immobilienmarkt ist kein liquider Markt“, sagte ein Sprecher.

Währenddessen haben die Ratingagenturen Standard & Poor’s (S&P) und Fitch ihre Bonitätsnoten für die Dekabank bekräftigt. Sie reagierten damit auf die Ankündigung des Instituts, Anteile an ihrem deutschen Immobilienfonds in unbegrenztem Umfang zu kaufen. Fitch geht davon aus, dass die Stellung der Deka stark genug ist, um den Fonds mit der benötigten Liquidität auszustatten. Die Rating-Agentur bewertet das Institut bei langfristigen Verbindlichkeiten mit der Bestnote „AAA“. Bei S & P wird die Deka mit „AA“, der drittbesten Note bewertet. Die Experten meinen trotz der Bekräftigung der Bonitätsnote, dass die Maßnahmen des Instituts, mit denen verloren gegangenes Vertrauen wieder hergestellt und der Fonds stabilisiert werden soll, ein bedeutendes finanzielles Risiko darstelle. Denn damit werde das Engagement der Deka als Investor im Immobilienbereich ausgeweitet, sagte S & P-Analyst Stefan Best.

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