Nachhaltigkeit
Die Zukunft gehört dem „grünen“ Gebäude

Nachhaltigkeit und Ökologie standen im Fokus der diesjährigen Expo Real. Die Immobilienwirtschaft diskutierte in München über die Zukunft „grüner“ Gebäude. Wissenschaftler zeigten sich zuversichtlich, dass sich ökologisches und energiesparsames Bauen auf Dauer durchsetzen wird.

HB MÜNCHEN. „Wer jetzt nicht 'grün' denkt, dessen Gebäude werden in zehn Jahren obsolet sein.“ Universitätsprofessor Tim Dixon, Co-Direktor des Oxford Institut für nachhaltige Entwicklung, fand klare Worte auf der Eröffnungsveranstaltung der internationalen Gewerbeimmobilienmesse Expo Real in München. Das Branchentreffen, inzwischen zu einer der weltweit bedeutendsten Leitmessen der Immobilienwirtschaft geworden, stellt das Thema „Nachhaltigkeit“ in diesem Jahr ins Zentrum seines begleitenden Fachprogramms.

Auf der Podiumsdiskussion zum Thema zeigte sich der Wissenschaftler überzeugt, dass die Zukunft dem „grünen Gebäude“ gehören wird. Die Idee werde sich durchsetzen, denn ressourcenschonendes, ökologisches und energieeffizientes Bauen werde die Betriebskosten langfristig senken und gleichzeitig Gesundheit, Wohlbefinden sowie Produktivität der Gebäudenutzer erhöhen.

Auch Dieter Ullsperger, Sprecher der Geschäftsführung der Aurelis Real Estate, zeigte sich überzeugt, dass der Druck auf Projektentwickler und Immobilieneigentümer steigen wird, bei neuen wie bestehenden Bauten die Energie- und Ökobilanz zu verbessern. „Wir werden zukünftig häufiger den Abriss von Gewerbegebäuden sehen – und dies womöglich schneller, als wir noch vor kurzem glaubten.“ Dabei räumte der Chef der ehemaligen Bahntochter ein, dass noch bei vielen Gebäuden im Bestand der Aurelis, die erst vor einem Monat für 1,64 Mrd. Euro an ein Konsortium aus Baukonzern Hochtief und dem Finanzinvestor Redwood Grove verkauft worden war, die Energiebilanz zu wünschen übrig lasse. „Aber je stärker bei unseren Mietern das Bedürfnis steigt, Kosten zu sparen, desto schneller werden Gebäude auf den neuesten Stand gebracht.“

Dixon definierte sechs Merkmale eines „grünen Gebäudes“: die gestalterische Anpassung an seine direkte Umgebung; die effiziente und sparsame Nutzung von Energie; den Einsatz umweltfreundlicher Baumaterialien; ein angenehmes, gesundes Aufenthaltsklima; eine flexible und anpassungsfähige Grundrissgestaltung und ein aussagekräftiges System zur Messung der genannten Parameter.

Für das Programm der Bundesregierung zur Steigerung der Energieeffizienz im Gebäudebestand warb derweil Engelbert Lütke Daldrup. Der Staatssekretär im Bundesbauministerium zeigte sich überzeugt, dass der zum 1. Oktober eingeführte Energieausweis einen „spürbaren Modernisierungsschub“ auslösen werde. Peter Wynne Rees, oberster Stadtentwickler der City of London, plädierte indes für mehr „Enthusiasmus“: „Am Ende kommt es auf den Kunden an.“

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