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Büroimmobilien: Immobilienfonds blicken nach Asien

Die Immobilieninvestoren rechnen bereits mit einem asiatischen Aufschwung. Seit die Büroimmobilienpreise durch die Krise in den Keller gingen, nutzen Investoren die Gelegenheit zum Einstieg in die Büromärkte. Damit sich die Anlage rentiert, müssen sich die regionalen Volkswirtschaften stabilisieren.

Hongkong ist derzeit ein guter Standort für Investitionen in Büroimmobilien. Quelle: Reuters
Hongkong ist derzeit ein guter Standort für Investitionen in Büroimmobilien. Quelle: Reuters

DÜSSELDORF. Die Finanzkrise hat die asiatischen Büroimmobilienmärkte nicht verschont. Die Mieten sind in den ersten sechs Monaten dieses Jahres im Schnitt um 14,2 Prozent gefallen, haben Experte der Beratungsgesellschaft CB Richard Ellis (CBRE) ermittelt. Mit am stärksten betroffen sind davon die einstigen Boomstädte. In Hongkong registrierten Analysten von Colliers International allein im zweiten Quartal einen Einbruch der Spitzenmieten von 12,1 Prozent. Entsprechend gingen auch die Immobilienpreise auf Talfahrt. Gegenüber dem Höhepunkt des Booms im Sommer 2007 betragen die Wertverluste teilweise mehr als 40 Prozent. Die Frage ist, ob nun die Talsohle erreicht ist - oder ob der Abschwung weiter anhalten wird.

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Eher skeptisch ist Claus Thomas, Investmentexperte bei Lasalle Investment Management: "Die Aussichten für eine fundamentale Erholung der Immobilienmärkte werden 2010 nur besser werden, wenn sich die regionalen Volkswirtschaften stabilisieren und sich ein mittelfristiges Wachstum abzeichnet." Staaten wie China, Indien, Indonesien, Malaysia, die Philippinen, Thailand und Vietnam haben sich in den vergangenen Jahren als "verlängerte Werkbank" der Industrienationen etabliert. Sie produzieren vor allem Verbrauchsgüter für den Export in die USA und nach Westeuropa. Seit Wirtschaftsrezession und Eigenheimkrisen in den USA, Spanien, Irland und Großbritannien die Kaufkraft der Konsumenten massiv geschwächt haben, ist Asiens Exportwirtschaft auf Talfahrt.

"Unternehmen geben Vermietern Büroflächen zurück und haben frühere Expansionspläne auf Eis gelegt", beschreibt Thomas die Konsequenzen des Wirtschaftsabschwungs für die Immobilienmärkte. "Mieter mit unmittelbaren finanziellen Engpässen sprechen ihre Vermieter bereits wegen einer vorzeitigen Neuverhandlung ihrer Mietverträge an." Kurzfristig sehen auch die Colliers-Analysten keine Anzeichen für eine Erholung: "Unternehmen versuchen, ihre Kosten so weit wie möglich zu reduzieren und werden erst dann wieder zusätzliche Flächen anmieten, wenn es solide Anzeichen für eine wirtschaftliche Erholung gibt."

Doch etliche Investoren blicken nicht nur auf die gegenwärtigen Marktrealitäten, sondern fokussieren sich bereits auf einen erwarteten Aufschwung. Zwar lag das gesamte Investitionsvolumen an den Märkten im Fernen Osten mit 12,4 Milliarden US-Dollar (8,7 Milliarden Euro) im ersten Halbjahr stattliche 58 Prozent unter dem Vorjahreswert. "Allerdings fiel das Transaktionsvolumen im zweiten Quartal um 41 Prozent höher aus als in den ersten drei Monaten des Jahres", betonen die Experten von CBRE. "Die Stimmung unter den Investoren hat sich im bisherigen Jahresverlauf kontinuierlich aufgehellt."

Das beobachtet auch John Stinson, Leiter des Transaktionsgeschäfts für DTZ in der Region Asien-Pazifik: "Globale Fonds kehren wieder an die Märkte im Fernen Osten zurück." Die Investoren würden zum einen von den deutlich gefallenen Immobilienpreisen angelockt. "In Singapur etwa haben sich Büroobjekte um 40 Prozent verbilligt",sagt Stinson. "Im zentralen Geschäftsbezirk sind die Anfangsrenditen seit 2007 von 3,5 auf 5,5 Prozent gestiegen." Darüber hinaus erwerben einige US-Investoren gezielt Immobilien in Fernost, weil sie sich zusätzliche Gewinne durch eine kräftige Erholung der asiatischen Währung gegenüber dem amerikanischen Dollar erhoffen.

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